Dieser Tage veröffentlichte das Statistische Bundesamt den Mikrozensus 2006 zur Arbeitnehmerüberlassung, umgangssprachlich auch “Zeitarbeit” oder “Leiharbeiter” genannt. Die Zahl der Leiharbeiter in Deutschland betrug nach den Zahlen des Mikrozensus im Jahr 2006 insgesamt 588 000 Personen. Damit machten sie einen Anteil von rund 1,49 Prozent an allen Erwerbstätigen aus, die im vierten Quartal 2006 bei 39,594 Millionen Menschen lag. Mittlerweile sind im Bestand der Bundesanstalt für Arbeit, Ende Monat Juni 2007, 731.152 Menschen als Zeitarbeiter geführt. Das entspricht einem prozentualen Anteil von rund 1,85 Prozent an allen Erwerbstätigen, die im zweiten Quartal 2007 bei 39,538 Millionen Menschen lag. Soviel erst einmal zu dem Zahlenmaterial der beiden Bundesanstalten, die immer kritisch und genau betrachtet werden müssen und ich hoffe ich bekomme das immer gut und verständlich für meine Leser hin. 
Auf eine weitere Meldung der vergangenen Woche bin ich gestoßen.
Nach einer Umfrage der Zeitschrift “Wirtschaftswoche” (hier: Quelle: Yahoo News) unter 3.300 Unternehmen waren von den zehn Unternehmen, die 2007 die meisten neuen Mitarbeiter einstellten, vier Zeitarbeitsfirmen und drei Dienstleister. Verwundert uns dieses! Trotz wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland, der uns von Medien und Politik verkauft wird, hat die Zahl der Zeitarbeiter weiter zugenommen und die Gewinne der Personaldienstleister steigen. (Siehe auch hier in diesem Blog: Zeitarbeitsverbände fordern Mindestlohn) Sollte es nicht anders herum sein: wirtschaftlicher Aufschwung, Aufschwung am Arbeitsmarkt, Abschwung der Zeitarbeit? Weit gefehlt. Zeitarbeitskräfte sind mittlerweile fester Bestandteil in den Planungen der Unternehmen. Seit Oktober 2006 (siehe auch hier in diesem Blog:Neuer Sklavenmarkt in Deutschland) bin ich bei einer Zeitarbeitsfirma unter Vertrag und ständig in der gleichen Firma eingesetzt, die nur rund 6 Kilometer von meinem Wohnort entfernt liegt, was natürlich ein großer Vorteil im Blick auf die Benzinkosten ist. In meinem Arbeitsbereich kommen auf fünf Festangestellte, fünf Zeitarbeiter, von zwei unterschiedlichen Personaldienstleistern.
Schaut man sich einmal die kleine Grafik an, die ich aus den Zahlen der “Wirtschaftswoche” angefertigt habe, fällt einem der Name “Adecco” auf. Der, nach eigenen Angaben “Weltmarktführer für Personaldienstleistungen”. Hier hat der ehemaliger Superminister Wolfgang Clement auch einen Job gefunden, nach seiner erfolglosen Arbeit zwischen 2002 und 2005 als Wirtschafts- und Arbeitsminister der rot-grünen Koalition. Clement ist mir als Politiker und SPD-Mann immer nur aufgefallen, wenn es darum ging, die Interessen der Arbeitgeber zu vertreten. Und zu Wort zum Thema Zeitarbeit hat er sich auch wieder einmal gemeldet, ist ja natürlich sein Job, die Interessen seines Geldgebers zu vertreten. Und ich stelle mir nach dem Lesen seines Beitrages in der “Wirtschaftswoche”, nur eine Frage: Warum ist dieser Mann noch Mitglied in der SPD? Guido Westerwelle könnte solch einen Neoliberalen Kotzbrocken in der FDP, seiner (Westerwelle) FDP gebrauchen. Wolfgang Clement ist der richtige Mann für die “Adecco” für die “Freiheit der Wirtschaft” und den Abbau des Sozialstaates.
Stand: 23.03.2008/9:55 Uhr
Ich wünsche allen meinen Leser/innen angenehme Ostertage und bleiben Sie mir gewogen.