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DAX und Agenda 2010: Ein Plus von 268 Prozent in vier Jahren, oder Die Hartz IV-Hausse

Sonntag, 21. Dezember 2008 | Eingestellt von: Lopez Suarez

Eine DAX-Analyse mit Ausblick auf 2009/2010
Am letzten Börsentag vor der Bundestagswahl 1998 schloss der DAX bei 4.561,58 Punkten. Es folgte ein Regierungswechsel von schwarz-gelb zu rot-grün. Gerhard Schröder (SPD) wurde Bundeskanzler.
Sieben Jahre später, am letzten Börsentag vor der Bundestagswahl 2005 schloss der DAX bei 4.986,50 Punkten. Ein mageres Plus von 9,3 Prozent im Verlauf von sieben Jahren. Dax und agenda 2010

Es folgte ein Regierungswechsel von rot-grün zu schwarz-rot. Angela Merkel (CDU) wurde Bundeskanzlerin.
Der DAX-Verlauf zwischen den Bundestagswahlen 1998 und 2005 (Schlusswerte) ist durch zwei Extreme geprägt: a) das erstmalige und bis Mitte Juni 2007 einmalige Überschreiten der 8.000er Marke am 7. März 2000 und b) der DAX-Schluss von 2.202,96 Punkten am vorletzten Börsentag (12. März 2003) vor der „Agenda 2010“-Rede des Bundeskanzlers Gerhard Schröder am 14. März 2003, dem tiefsten DAX-Schluss nach dem 24. November 1995.
Die „Agenda 2010“-Rede war das Startzeichen für einen lang anhaltenden DAX-Aufschwung, die Hartz IV-Hausse. (gesprochen: hartz-vier-ohs) Im Verlauf der vier (!) Jahre, vier (!) Monate und – man glaubt es kaum – vier (!) Kalendertage dauernden Hartz IV-Hausse (vom 12. März 2003 bis 16. Juli 2007) kletterte der DAX um 5.903 Punkte bzw. 268 Prozent (!). Zum Börsenschluss am 16. Juli 2007, dem Vorabend des Geburtstags der Bundeskanzlerin Angela Merkel, die während dieses DAX-Aufschwungs die Nachfolge von Gerhard Schröder antrat, erreichte der DAX den bisher unübertroffenen Höhepunkt (Schluss): 8.105,69 Punkte. Am Ende des letzten Börsentages des Jahres 2007 (28. Dezember) überschritt der DAX (bisher) letztmalig die 8.000er Marke. Zu Beginn des Jahres 2008 platzte die „Agenda 2010“-Blase. Binnen weniger Monate sank der DAX unter die 5.000er Marke und damit zugleich unter den Schlussstand am letzten Börsentag vor der Bundestagswahl 2005.

Ausblick 2009/2010: Aufgrund des DAX-Verlaufs seit der Bundestagswahl 2005, der große Ähnlichkeiten mit dem DAX-Verlauf nach der Bundestagswahl 1998 aufweist – „Merkel performt wie Schröder“ – kann mit Sicherheit (!) davon ausgegangen werden, dass der DAX am Börsentag vor der Bundestagswahl 2009 mit etwa 3.351 Punkten schließt und seine Talfahrt bis zum siebten Jahrestag der Agenda 2010-Rede voraussichtlich fortsetzt. Die zur Rettung der verbliebenen „Agenda 2010“-„Erfolge“ aufgespannten „Schutzschirme“ und „Neuausrichtungen“ werden diese DAX-Talfahrt auf etwa 2.408 Punkte am 12. März 2010 nicht stoppen können. Erst die, wie vor den Bundestagswahlen 2002, zurückgestellte Ankündigung weiterer tiefer Einschnitte in das soziale Sicherungssystem und weiterer Privatisierungen in der „Agenda 20xx“-Rede („Agenda 2010-Echtzeit“) lässt den DAX 2010 wieder langanhaltend steigen. Wetten, dass …?

 

(Quelle:Büro für absurde Statistik (BaSta) c/o Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung
und Jugendberufshilfe (BIAJ) Knochenhauerstraße 20-25, 28195 Bremen)

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Sonntag, 21. Dezember 2008 | Eingestellt von: Lopez Suarez

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Winterwetter in Oimjakon

Mittwoch, 10. Dezember 2008 | Eingestellt von: Lopez Suarez

Es ist schon arg kalt in Oimjakon. Ob da so richtige Wintersportfreude aufkommt, sei einmal in Frage gestellt. Für alle die nicht wissen wo Oiamjakon; im Osten der Republik Jakutien (Sakha),- Ojmjalon um etwas einen größenvergleich von Jaktuien zu bekommen, flächenmäßig ist Jakutien größer als Indien-, etwa auf halber Strecke der Verbindungsstraße zwischen der Lena-Metropole Jakutsk und der Hafenstadt Magadan am Ochotskischen Meer, jeweils etwa 800 km von beiden Städten entfernt. Da diese Straße unter schwierigsten Bedingungen von Zwangsarbeitern in der Stalin-Zeit errichtet worden ist, wird sie auch “Straße der Totengebeine” genannt.

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Hartz IV-Wahnsinn: Junge Menschen in trüben Datenpools

Freitag, 5. Dezember 2008 | Eingestellt von: Lopez Suarez

Die Ergebnisse der Auswertung der Grundsicherungsstatistik und Arbeitslosenstatistik, isoliert und kombiniert, zeigen für die im SGB II hervorgehobene Gruppe der jungen erwerbsfähigen Hilfebedürftigen
(15 bis unter 25 Jahre) ein eher extrem undurchsichtiges und verwirrendes Bild. Andererseits: Vielleicht aber spiegeln die hier exemplarisch dokumentierten Veränderungen und Differenzen nicht zuletzt auch den besonderen Hartz IV-Wahnsinn, die Verteilung junger Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf auf zwei getrennte Rechtskreise (SGB III und SGB II-Hartz IV) und die Umverteilungen zwischen diesen Rechtskreisen während dieses Übergangs, wider.

Ein Beispiel: In der Stadt Düsseldorf sank die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB II (unter 25 Jahre) von Juli 2007 bis Juli 2008 um 7,3 Prozent. Die Zahl der arbeitslosen erwerbsfähigen Hilfebedürftigen (unter 25 Jahre) stieg dagegen um 19,8 Prozent.

Junge Menschen in trüben Datenpools – ein exemplarischer Großstadtvergleich Erwerbsfähige Hilfebedürftige, arbeitsuchende erwerbsfähige Hilfebedürftige, arbeitslose erwerbsfähige Hilfebedürftige und Arbeitslose im Rechtskreis SGB II (jeweils unter 25 Jahre) in
den 15 Großstädten2 und (nachrichtlich) in den Städten Bremerhaven und Mannheim, kann von dieser Seite hier im pdf-Format herruntergeladen werden: Hartz IV-Wahnsinn: Junge Menschen in trüben Datenpools

(Ursprüngliche Quelle der pdf-Datei: Bremer Institut für Arbeitsmarktforschung und Jugendberufshilfe (BIAJ) in Bremen)

Thema: Politik, Steht auf ! | Beitrag kommentieren