Regierung in Berlin will Paintball verbieten

Donnerstag, 7. Mai 2009-12:10 -|-Thema: Politik

AFP am 7. Mai 2009
Die große Koalition hat sich auf deutliche Verschärfungen des paintball2 Waffenrechts geeinigt. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet, verständigten sich die Innenexperten von Union und SPD mit Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf einen umfassenden Katalog von Änderungen. Unter anderem sollen Jagdspiele wie Paintball und Laserdom verboten werden.

"Wir haben vernünftige Änderungen beschlossen, die einen Gewinn an Sicherheit bringen, ohne Sportschützen und Jäger über Gebühr zu reglementieren", sagte Unionsfraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) der "NOZ". SPD-Fraktionsvize Fritz Rudolf Körper erklärte dem Blatt, die neuen Vorschriften würden jetzt "mit Hochdruck ausformuliert und in der nächsten Woche abschließend beraten". Die Änderungen des Waffenrechts würden dann in der letzten Maiwoche in den Bundestag eingebracht.
Die Liste der neuen Vorschriften ist lang. So sollen Kampfspiele wie Paintball (in Deutschland auch Gotcha genannt) oder Laserdom verboten werden, bei denen Spieler mit Farbmunition in Luftdruckwaffen oder mit Laserpistolen aufeinander Jagd machen. "Dabei wird das Töten simuliert", begründete Bosbach das geplante Verbot. Wer dagegen verstößt, begeht künftig eine Ordnungswidrigkeit und riskiert bis zu 5000 Euro Bußgeld. Beschlossen hat die Koalitionsrunde dem Bericht zufolge auch verdachtsunabhängige Kontrollen von Waffenbesitzern. "Es wird eine Pflicht eingeführt, Kontrolleuren Zutritt in die Wohnung zu gewähren", erklärte Bosbach. Wer das grundlos verweigere, müsse mit dem Widerruf seiner Waffenerlaubnis rechnen.
Einig sind sich Union und SPD nach Aussage Körpers auch darin, dass Waffen und Waffenschränke künftig mit biometrischen Systemen gesichert werden. Weil die Technik noch nicht serienreif sei, werde es aber noch einige Jahre dauern, bis sie flächendeckend eingeführt werden könne, sagte der SPD-Innenpolitiker. Ein Verbot großkalibriger Waffen für Sportschützen wird dagegen nicht eingeführt. Schießübungen mit derartigen Waffen sollen künftig aber erst ab 18 Jahren zulässig sein, nicht mehr bereits ab 14.
Der Ruf nach schärferen Waffengesetzen war nach dem Amoklauf von Winnenden in Baden-Württemberg laut geworden, bei dem der 17-jährige Tim K. im März 15 Menschen und dann sich selbst erschossen hatte.

Ehm.. Was ist Paintball?
Nun, da stelle mer uns ma janz dumm, nä.
Dat is een Ball der jefüllt is mit Farbe. Klar soweit?

Beim Paintballspiel treten zwei Mannschaften gegeneinander an, die das Ziel verfolgen, die Flagge der gegnerischen Mannschaft von deren Startpunkt zum eigenen Startpunkt zu bringen. Um die Spieler der anderen Mannschaft daran zu hindern bzw. selbst das Ziel zu erreichen, setzen die Spieler sogenannte Markierer ein. Die Markierer sind spezielle Luftdruckwaffen, mit denen die Paintballs (Gelatinekugeln, die mit Lebensmittelfarbe gefüllt sind, Durchmesser ca. 17,3mm) verschossen werden. Nach einem Treffer am Körper, am Markierer oder der Ausrüstung muss der Spieler das Spielfeld sofort verlassen. Über die Einhaltung dieser und der anderen Regeln im umfangreichen Regelwerk achten auf dem Spielfeld die sog. Marshalls (Schiedsrichter).
Wie groß ist das Verletzungsrisiko?
Nach vorliegenden Versicherungsstatistiken aus den USA ist Paintball eine der sichersten Sportarten überhaupt. Wenn man sich an die festgelegten Regeln hält, kommen außer blauen Flecken so gut wie keine Verletzungen vor.
Ist Paintball gewaltverherrlichend oder fördert es die Gewaltbereitschaft?
Nein, Paintball wird im Gegenteil sogar zum Abbau der Gewaltbereitschaft bei gewalttätigen Jugendlichen benutzt. Dies wird auch durch ein Gutachten untermauert, welches von der Dipl.-Päd. Linda Steinmetz im Jahr 2000 veröffentlich wurde. Dieses Gutachten beruht auf umfangreichen Untersuchungen im Rahmen eines Forschungsprojektes, welches unter Prof. Dr. Roland Eckert, Lehrstuhl Allgemeine Soziologie, an der Universität Trier durchgeführt wurde.
Wer jetzt noch mehr wissen will, bitte hier klicken und komplett lesen!
Anm.DH: Paintball ist vergleichbar mit dem Spiel "Brennball". Ein mit einem Ball getroffener Spieler muss das Feld verlassen – er ist "verbrannt".

via Duckhome

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gelesen: 2213 · heute: 16 · zuletzt: 15. März 2010

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Keine Kommentare

  1. 1
    Tobias Claren 
    Donnerstag, 7. Mai 2009

    Nach drei vom Verfassungsgericht abgelehnten Gesetzentwürfen bzw. gekippten GEsetzten muss eine Regierung abtreten glaube ich.

    Dieses Verbot dürfte nicht nur gegen das Grundgesetz verstoßen, sondern bei Klage auch vor der EU keinen Bestand haben.
    Sogar beim Gerichtshof für Menschenrechte müsste es durchfallen.

    Es gibt “Lasergame”-Spiele inkl. Pistolen.
    Gebraucht ab wenigen Euro (einstellig).
    Aktionisten sollten sich die Teile besorgen und provokativ in der Öffentlichkeit spielen.
    Zumindest auf gut einsehbarem privatem Gelände, da kann man es ihnen nicht verbieten.
    Da könnten sie um mehr aufzufallen sogar noch Sturmmasken anziehen.
    Versteckte Kamera(s) nicht vergessen um die Reaktionen von Ordnungsamt oder Polizei (und Nachbarn) für Youtube und Co. zu filmen.

  2. Pressemitteilung zum Paintballverbot

    Berlin, den 08.05.2009
    Petition”Gemeinsam gegen das geplante Verbot von Paintball und Laserdome”
    Aus aktuellem Anlass zum geplanten Verbot von Paintball hat sich die Kite & Surf Community Spotspy.net dazu entschlossen eine gemeinsame Initiative zum Stop dieses Verbots zu starten.

    Es steht die Freizeitbeschäftigung einer großen Zahl deutscher Bürger, Freiheit über die freie Entscheidung unser Freizeitaktivitäten sowie viele Jobs auf dem Spiel.

    Die Gründer und Kitesurfer der Community lehnen das geplante Verbot ab, da sie eine starke Einschränkung in unsere Wahl zu freien Freizeitgestaltung darstellt und darüber hinaus kein nachweisbarer Zusammenhang zu vergangenen Amokläufen besteht. Die Kitesurfcommunity will damit auch ein Zeichen der Solidarität gegenüber befreundeten Sport- und Freizeitaktivitäten zeigen.

    Aus diesem Grund hat Spotspy.net eine Petition gegen das geplante Waffengesetz gestartet. Bis die bereits beantragte Petition auf der Internetseite des Bundestags geprüft und gestartet wird können sich ab sofort alle Bürger in Deutschland in eine Petitionsliste auf http://www.spotspy.net eintragen. Die Petition wird im Anschluss an den Bundestag in schriftlicher Form per Post eingereicht.

    Weiter fordern wir ein Verbot des Gebrauchs von großkalibrigen Schusswaffen in Deutschland, diese sind noch immer in Schützenvereinen nutzbar. Im Vergleich ist für Paintball ein Alterslimit von 18 Jahren zu derzeit 14, bzw 16 Jahren für richtige Waffen.
    Wir fragen uns wo bleiben die Stimmen der Politiker nach Verboten für Schützenvereine, Einsatz und Übung an echten Waffen, Kinder- und Fernsehsendungen mit gewalttätigen Inhalten, für Kinder zugängliche Spielzeugwaffen im Kleinkindalter? Hier ist die Politik gefordert den eigentlichen Grund zu bekämpfen und nicht nur zu versuchen Wahlkampfpolitisch-orientierte Aktionen durchzusetzen.

    Pressekontakt:
    Kite&Surf Community Spotspy.net
    Matthias Hatzak
    Rigaerstrasse 101
    10247 Berlin
    Telefon: +49 176 969 13719
    email: hatze@gmx.de
    http://www.spotspy.net

    Weitere Informationen:
    Kite&Surf Community Spotspy.net
    Marc Arzt
    Inhaber
    Storkower Str. 78
    10409 Berlin
    email: info@spotspy.net
    http://www.spotspy.net

    Spotspy.net ist eine Onlineplattform im Bereich des Wassersports für das Kitesurfen und Surfbegeisterte. Spotspy.net will nicht nur eine Community oder ein Forum sein, das Ziel ist es einen Mehrwert für jeden einzelnen Benutzer zu erzielen und stellt dafür eine Plattform bereit. So hilft bspw. der Windfilter den passenden Spot zu finden. Die Materialdatenbank hilft das passende Material zu finden und der Spotkalender hilft Mitfahrgelgenheiten oder einfach andere Leute am selben Spot zu finden. Neben all diesen Features bietet Spotspy.net mit Alben, Sessionbook, Gruppen und auch der Shoutbox die Möglichkeit andere Benutzer an den eigenen Erlebnissen teilhaben zu lassen. Wissen und Erfahrungen können geteilt werden.

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