STOPP – Rote Karte! Foulspiel in den Schulen
Sonntag, 31. Mai 2009-14:14 -|-Thema: Deutschland
Von He-Ka-Te | Duckhome | – Gelbe und auch rote Karten finden wir seit einiger Zeit nicht nur im Mannschaftssport, sondern auch in Schulen. Gelbe Karten werden vergeben, sobald ein Schüler den Unterricht stört. Die Störung kann ein unangemessen lautes Gespräch sein, oder vielleicht sogar das Klingeln eines Handys.
Darauf hin erhält der Schüler oder die Schülerin eine "Gelbe Karte". Bei Wiederholungstätern – also bei erneuter Störung des Unterrichts durch die gleiche Person – gibt es eine weitere "Gelbe Karte", zusätzlich muss der entsprechende Schüler, oder die entsprechende Schülerin, den Unterricht verlassen ("Auszeit") und wird gesondert in einem, für diese Zwecke vorgesehenen, Raum seines Verstoßes belehrt. Sollte, trotz dieser Belehrungsmaßnahme, weiterhin der Unterricht gestört werden, wird bisweilen auch eine "Rote Karte" gezückt. Ab einer bestimmten Anzahl werden die Eltern zu einem Gespräch gebeten.
Auf den ersten Blick mag diese "Erziehungsmaßnahme" eine "gutgemeinte" Idee sein. Über einen möglichen Mißbrauch dieses "Kartensystems" sollte man sich aber dennoch im Klaren sein. Dies gilt nicht nur für den Mißbrauch durch Lehrkräfte, sondern auch durch den Mißbrauch dieses Systems seitens der Schüler und Schülerinnen. Zum einen ist es der Lehrkraft jeder Zeit möglich eine Unterrichtsstörung selbst zu definieren, zum anderen können Schüler das Austeilen von Karten provozieren um einen bewussten Ausschluß vom Unterricht herbeizuführen. Beides wird beinahe täglich in deutschen Schulen festgestellt.
Schüler "quatschen" nicht nur Unterrichtsfernes während der Schulstunde, sondern sie helfen sich auch gegenseitig, was bei den Lehrkräften dann aber nicht als solches wahrgenommen, sondern als Störung empfunden wird. Es kommt mehrfach vor, dass Schüler für diese "Hilfe" mit "Gelben Karten" gemaßregelt werden. Auch werden "Rote Karten" schon mal vergeben, wenn ein 1. Klässler sein Sportzeug nicht mit in die Schule gebracht hat. Wobei man ganz klar fragen muss ob, auf Grund des Alters vom Schulkind, dafür die Eltern nicht vielleicht eher eine "Rote Karte" verdient hätten.
Im umgekehrten Fall provozieren ältere Schüler bisweilen den Unterricht verlassen zu können – aus welchen Gründen auch immer.
Sicherlich ist es wichtig, dass Lehrer und Lehrerinnen eine gewisse Diziplin im Unterricht durchsetzen. Die Wahl der Mittel und die korrekte Einschätzung diese Mittel auch gerecht und vor allem "gerechtfertigt" einzusetzen ist nicht einfach. Um Mißverstände aus dem Weg zu räumen bedarf es des Gespräches und dieses kann in den meisten Fällen nicht stattfinden, wenn es dem Schüler nicht gestattet ist dies zu tun. Beim Erhalt einer "Gelben Karte" wurde dem Schüler bereits ein Redeverbot auferlegt, so das es zu keiner sofortigen Klärung kommen kann.
Eine andere – weitaus förderlichere – Maßnahme wäre, die Schüler und Schülerinnen entsprechend zu motivieren am Unterricht regelkonform teilzunehmen. Dies kann zum Beispiel durch die Ankündigung der Minimierung von Hausaufgaben geschehen, oder aber durch die Vergabe von "Zusatzpunkten" die dann am Ende des Schuljahres in die Bewertung des "Sozialverhalten" einfließen. Schüler brauchen nicht nur Strafmaßnahmen, sondern insbesondere auch "Lob" und "Ansporn". Durch das Bestrafungssystem wird ihnen weiterhin der Spaß am Unterricht genommen. Das "Kartensystem" ist kontraproduktiv, schränkt einen vernünftigen Diskurs ein und beschneidet auch "soziale" Erungenschaften wie zb. das gegenseitige Helfen.










