Warum werden Artikel zu Klemens Joos wegzensiert?

Samstag, 13. Juni 2009-9:26 -|-Thema: Deutschland, Internetzensur

Von Redaktion | Mein Parteibuch Blog | – Wo sind sie geblieben? Wo mein parteu sind sie hin? Vor einiger Zeit gab es in der SZ einen Artikel über das schwarze Netzwerk des Klemens Joos. Über den vom CSU-Nachwuchspolitiker zum Lobbyisten mutierten Söder-JU-Vorstandskollegen Klemens Joos ganz menschliche Dinge zu schreiben, gilt der deutschen Zensurjustiz offenbar als Gotteslästerung oder sowas ähnliches.

Kaum war der Artikel in der SZ erschienen, war der auch schon wieder wegzensiert. Naja, fast. Im Parteibuch Wiki tauchte kurz danach eine Kopie auf: Das schwarze Netzwerk des Klemens J. Das deutsche Zensurregime greift eben nicht überall auf der Welt. Letzten Monat hat dann bei einem ehemaligen deutschen Nachrichtenmagazin der Zensor gepennt.

“Lobbyfirma soll überhöhte Honorare an Politiker gezahlt haben – Telekom unter Druck” hieß da die Schlagzeile. Mit Lobbyfirma war Klemens Joos Lobby-Bude Eutop gemeint, bei der alles glatt wie geschmiert läuft. Und über das Guido Westerwelle besonders freundlich gesinnte Politpropaganda-Portal Polixea stand da kaum mehr drin, was ohnehin schon jeder weiß. Und nun? Schon wieder weg, der Artikel, wo der Zensor gepennt hatte. So ist sie eben, die Pressefreiheit in Deutschland. Steht mal was halbwegs vernünftiges in der Presse, wird’s gleich wieder wegzensiert.

Nun kann man den Artikel bei Wikileaks nachlesen. Da steht, der wegzensierte Spiegel-Artikel hätte folgenden Inhalt gehabt:

Nachtrag vom 12.06.2009 16:30h:
Achtung, die Zensur geht weiter

Das Zitat des Spiegel-Artikels wurde nach Erhalt einer E-Mail von Dr. Yvonne Kleinke von der berüchtigten Zensurkanzlei Schertz Bergmann entfernt.

Yvonne Kleinke, behauptet in ihrer E-Mail im Namen von Klemens Joos und der EUTOP International GmbH, der Beitrag enthalte “zahlreiche falsch Tatsachenbehauptungen über unsere Mandanten”, die geeignet seien, ihre Mandanten in erheblicher Weise in ihren Rechten zu beeinträchtigen. Welche zahlreiche Tatsachenbehauptungen falsch seien sollen, führt sie, wie das im Zensurstaat Deutschland üblich ist, nicht aus. Mein Parteibuch weiß das natürlich auch nicht.

Wer den Spiegel-Artikel trotzdem lesen möchte und sich selbst eine Meinung bilden möchte, muss also zu Wikileaks gehen. Hier ist eine kurze Tinyurl dahin:

tinyurl.com/lr5mcb

Man kann also bisweilen nur raten, ob beispielsweise die im zensierten Artikel aufgestellten Tatsachenbehauptungen, dass Klemens Joos “sich auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE nicht dazu aeussern” wollte, “ob eine der beiden Firmen eine Geschaeftsbeziehung zur Telekom unterhielt” und dass er “auch die damit verbundenen Vorwuerfe” “nicht kommentieren” wollte, der Wahrheit entsprechen oder nicht.

Ob’s stimmt? Mein Parteibuch weiß das nicht. Das schlimmste an der Zensur ist, dass xxxx xxx xxx. Aber falls es stimmt, dass das der Spiegel-Artikel war, was ist an daran so besonderes? Bei Eutop und der Telekom, da können ein paar Kickbacks den Ruf sowieso nicht mehr verschlechtern. Weiß doch ohnehin jeder, dass deutsche Politiker korrupt bis auf die Knochen sind. Und wo es Leute gibt, die die Hand aufhalten, gibt es eben auch Leute, die was hineintun. Dieses politische System nennt sich die Freiheit der Demokratie amerikanischen Typs. Und die herrscht nun mal in Deutschland.

Warum werden Artikel zu Klemens Joos also dann wegzensiert? Geht es da vielleicht doch um eine Art Gotteslästerung? Wer weiß. Vorsorglich erklärt Mein Parteibuch hier schon mal: Geheiligt werde der Geist der deutschen Politjustiz.

Quellennachweis: Mein Parteibuch Blog

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