Warum ich kein Datenschützer sein darf
Donnerstag, 25. Juni 2009-11:51 -|-Thema: Deutschland, Internetzensur
Von Eifelphilosoph | – Ich bin ja nur ein kleiner Feld-Wald- und Wiesenphilosoph vom Lande, an dem vieles spurlos vorbeigeht.
Manches bekomme ich ganz ehrlich nicht mit. Manches begreife ich in seiner Dimension nicht, alldieweil ich keinen Fernseher habe.
So hat es eine Zeit lang gedauert, bis ich diesen Kinderpornozensurrummel überhaupt erstmals im Ansatz durchschaut habe.
Verstanden habe ich das in Gänze noch lange nicht, aber eins ist selbst mir als Laien ziemlich klar geworden: den Kindern hilft das nicht. Die wirklichen Täter werden dadurch auch nicht am Konsum gehindert.
Es wirkt wie … wir legen die Fernseher still damit keiner durch schlechte Nachrichten beunruhigt wird.
Wäre in Zeiten der Krise sogar eine verständliche Maßnahme, denn wenn keiner weiß, das Krise ist, geht sie vielleicht vorbei, ohne das man´s merkt.
Und so langsam aber sicher wurde mir klar, das ich eigentlich … ein Datenschützer werden sollte.
Viel engagierter als bisher, nicht nur so larifari nebenbei sondern mit Feuer und Flamme für das freie Internet streiten.
Doch dann … kam der Hammer.
Ich darf nicht.
Wäre lebensgefährlich. Denn: wer Datenschützer ist, der schützt Kinderpornographie. Das scheint jedenfalls die Zeitschrift Emma zu meinen:
EMMA hat einen Artikel über uns geschrieben. EMMA ist diesem Artikel zufolge bekannt, dass Stoppschilder kein adäquates Mittel zur Bekämpfung der “Kinderpornografie” sind. EMMA beschreibt selber die Möglichkeit Inhalte mit sexueller Gewalt gegen Kinder zu löschen. Das ist der von uns vorgeschlagene Weg “Kinderpornografie” nachhaltig aus dem Netz zu entfernen. Dank erwartet keiner dafür – wir kämpfen schließlich für unser (aller) Internet, für ein demokratiefähiges Internet. Aber das uns EMMA “zum Dank” unterschwellig entgegen schleudert “ihr seit alle pädophil!” ist mehr als unverschämt. Aber EMMA belässt es nicht dabei, sie diskreditiert pauschal den Datenschutz, sie greift die Stellerin der erfolgreichsten Petition aller Zeiten, Franziska Heine, persönlich an. Damit auch ihre Nachbarn bescheid wissen, gleich mit Nennung ihres Geburtsortes im fett-gedruckten Vorspann. Alle, so zündelt EMMA in der öffentlichen Wahrnehmung, sind lediglich Unterstützer der “Händler und Freunde von Kinderpornografie”.
Ich mag den Artikel nicht in ganzer Länge vorstellen, aber wer mag, findet ja das Original oben.
Ich bin nun etwas verunsichert, denn eigentlich dachte ich … mmmh, Emma ist doch sonst kein Idiotenblatt, sie sollten doch differenzierterem Denken zugänglich sein. Sind sie aber weiß Gott wohl nicht, wenn man weiterliest:
EMMA erweckt damit den Eindruck, dass sich nur eine kleine Minderheit von uns um die Bekämpfung von “Kinderpornografie” schert. Zentrale Botschaft, die in den Köpfen der Leserinnen und Leser hängen bleiben soll, ist “eigentlich gar keiner”. Es folgen zwei Fragen:
Dürfen wir demnächst mit einer Petition von Franziska Heine, der “Jeanne d’Arc des Internets”, für eine Aufstockung der finanziellen und personellen Mittel des BKA zur Verfolgung von Kinderpornografie rechnen? Und wie viele UnterzeichnerInnen würde diese Petition wohl finden?
Franziska Heine persönlich und ob alle Gegner der Sperr-Strategie die Verbreitung von Kinderpornografie im Netz verhindern wollen stellt EMMA damit komplett in Frage. Mit einem Heinrich Wefing Zitat hat EMMA sich diese Frage zuvor dahingehend beantworten lassen, dass wir keinen Gedanken darauf verwenden . Die beiden Fragen sind also zwei rhetorische. Der Artikel endet an dieser Stelle. Ob wir uns vor den Karren der Händler und Freunde von Kinderpornografie spannen lassen ist damit ebenfalls positiv beantwortet, sowie die Überschrift “Meinungsfreiheit für Kinderpornos?” Laut EMMA halten wir also die Meinungsfreiheit für Kinderpornos hoch. Geschickt als Fragen formuliert, damit die Rechtsabteilung zufrieden ist. Verknüpft mit der von Zensursula losgetretene Schmutzkampagne ist es eindeutig, was EMMA mit dieser ungeheuerlichen Aussage bezweckt. Es soll der Eindruck entstehen, dass alle Datenschützer, alle Gegner der Sperr-Strategie, Kinder vergewaltigen.
Nach dem ganzen Drama bleibt mir jetzt als überzeugtem Feind von Kinderpornographie (und eigentlich auch von Erwachsenenpornographie, denn dieses Geschäft ist ebenfalls alles andere als lustig – Frauen mit Eseln gepaart – das braucht doch wirklich keiner) nur eins übrig: den völligen Verbot des Internets fordern.
Und eigentlich … auch den völligen Verbot von bedrucktem Papier. Wer weiß, was da auf den Seiten alles zu finden ist. Und Fernsehen … Videos und CD gehören ebenfalls verboten, ebenso private Kameras.
Genauso Handys. Radio … geht vielleicht noch. Muß ich mal drüber nachdenken.
Vielleicht sollte man sogar sicherheitshalber den Menschen an sich verbieten, dann wäre endlich Ruhe im Karton.
Quellennachweis: Netzwerkpartner Eifelphilosoph












Donnerstag, 25. Juni 2009
Ich habe EMMA eine Email im Bezug auf deren unmöglichen Artikel geschrieben. Es ist eine Art Beschwerde verbunden mit konstruktiver Kritik und der Entkräftung ihrer Scheinargumente. Wenn ich keine Antwort erhalte, werde ich die Email in meinem Blog veröffentlichen…
Ansonsten verweise ich noch gerne auf diese satirischen Fake- Interviews mit Politikern:
http://www.ayin.at/firewall/viewtopic.php?f=10&t=524&start=10