Zum Putsch in Honduras
Montag, 29. Juni 2009-16:10 -|-Thema: Seht hin!
Von Redaktion | Mein Parteibuch Blog | – In Honduras hat es gestern einen Putsch von Militärs gegen den gewählten Präsidenten Manuel Zelaya gegeben. Die Residenz des Präsidenten wurde von Militärs gestürmt und Manuel Zelaya ins Exil nach Costa Rica verbracht. Auch die Außenministerin von Honduras sowie Botschaftsmitarbeiter befreundeter südamerikanischer Staaten wurden von den Militärs entführt.
Die Militärs haben nach dem Putsch eine 48-stündige Ausgangssperre verhängt und staatliche Rundfunk- und Fernsehsender abschaltet. Das Stromnetz der Hauptstadt wurde gekappt. Der größte private Fernsehsender von Honduras sendet anstelle von Informationen Comics. Andere Stationen südamerikanischer Oligarchen sprechen von Entmachtung. Auf den Straßen gibt es trotz Demonstrationsverbotes Proteste von Menschen, die die Wiedereinsetzung des gewählten Präsidenten fordern.
Langfristiger Hintergrund des Putsches dürfte sein, dass reiche Oligarchen in Honduras nicht mit der Einbindung von Honduras in das von Venezuela ins Leben gerufene südamerikanische Staatenbündnis ALBA einverstanden sind. Anlass des Putsches war die Verhinderung eines Referendums, in dem Präsident Manuel Zelaya die Bevölkerung von Honduras darüber abstimmen lassen wollte, ob – ähnlich wie dies in den letzten Jahren in Venezuela und in Bolivien geschah – eine verfassungsgebende Versammlung einberufen werden soll.
Dazu, ob die USA in den Putsch verwickelt sind, liegen widersprüchliche Informationen vor. Einerseits trafen sich die Putschisten vor dem Putsch mit Mitarbeitern der US-Botschaft, was für eine Beteiligung der CIA spricht. Auch dass in westlichen Medien der Unfug erzählt wird, Manuel Zelaya sei bei der Bevölkerung von Honduras äußerst unbeliebt und hätte viel an Zustimmung verloren, spricht für eine Unterstützung der Putschisten durch westliche Dienste. Wäre er so unbeliebt wie behauptet, hätten die Putschisten kaum Angst vor einem Referendum. Die Tagesschau benutzt für den Putsch den Euphemismus Entmachtung, was ein Zeichen dafür sein könnte, dass CDU und Konrad-Adenauer-Stiftung auch in Honduras Kohlen im Feuer haben.
Andererseits erkennt Barack Obama laut RIA Novosti nach wie vor Manuel Zelaya als einzigen Präsidenten von Honduras an, was ein Hinweis darauf ist, dass die Administration von Barack Obama den Putsch möglicherweise nicht unterstützt. Denkbar ist es angesichts der bekannten Geschichte der Iran-Contra-Affäre allerdings auch, dass Drogenhändler der CIA die Putschisten ohne Zustimmung von Barack Obama auf eigene Faust unterstützt.
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Quellennachweis: Mein Parteibuch Blog











