Afghanistan – Kriegsminister Jung, Drogen und ein verlorener Krieg

Donnerstag, 2. Juli 2009-14:11 -|-Thema: Deutschland, NATO

Von Jochen Hoff | Duckhome | – Zu Kriegsminister Jung und seinen Aussagen kann man nur den Kopf schütteln, sich fragen welche Drogen er nimmt, oder ob er wirklich zu dumm ist, dass zu sehen was offensichtlich passiert.

«Trotz der schwierigen, aber im Wesentlichen auf Kundus begrenzten Lage sollten wir unsere Erfolge nicht vergessen», sagte Jung der Zeitschrift «Super Illu» laut Vorabbericht. Für das ganze Land bestehe jetzt «die Chance auf Wohlstand in Frieden». So gebe es heute «6,2 Millionen Schüler, davon 40 Prozent Mädchen, über acht Millionen Handy-Nutzer, außerdem Krankenhäuser, Kindergärten, Straßen, Brücken». Fünf Millionen Flüchtlinge seien inzwischen wieder nach Afghanistan zurückgekehrt. Auch die Kindersterblichkeitsrate sei zurückgegangen.


Mensch da hat unsere Bundeswehr also Handys ausgeliefert. Ein Kommentar eines Soldaten zeichnet da ein vollständig anderes und wohl auch ehrlicheres Bild.

Ich habe meinen Eid zu einer Zeit geleistet als es noch hieß „Landesverteidigung“ und da war das auch gut so, jetzt stehen wir unter vorgeschobenen gründen in Afghanistan und sollen da was bewegen, Fakt ist die Afghanis wollen uns da nicht haben. Weder verstehen die was wir da wollen noch warum wir da sind. Wir wissen es auch nicht.
Das Wort Demokratie ist für die große Masse die da lebt nichts Wert weil sie nicht wissen was es bedeutet. Sie sehen nur fremde Uniformen im eigen Land, ich kann es ihnen nicht verdenken das sie uns da weg haben wollen. Und solange ich die Möglichkeit habe das Feuer zu lenken werde ich dies auch tun. Du sitzt da hinter deinem Computer und schwingst große Reden während da ein gewaltiger Konflikt in den Köpfen der Männer, die da in erster Linie um ihr überleben Kämpfen und zum großen Teil keinerlei Intentionen haben ein Land zu besetzen, besteht.
Sei lieber Froh das noch Menschen mit Gewissen in der Bundeswehr Dienen, sonnst würde unsere Strategie ähnlich Dumm ablaufen wie die der US Amerikaner. Der US Amerikaner hat bis heute nicht verstanden das man einen Krieg gegen eine Guerilla nicht gewinnen kann indem man ihnen konstant Nachschub verschafft. Jeder getötete Zivilist hat Brüder, Väter, Onkel, Schwestern, Tanten, Mütter was glauben die eigentlich wie begeistert die Familie wohl sein wird? Der Fairness halber muss ich dazu sagen das der Großteil unseres Stabes das auch nicht kapiert.
Wenn nun alle die noch einen Rest von Verantwortung verspüren die Armee verlassen, dann ist genau das erreicht was wir alle vermeiden wollen, daher hat man auch eine Wehrpflicht Armee eingeführt. Nur gehen keine Wehrpflichtigen in den Auslandseinsatz, also liegts an mir wie sich meine Leute da unten Verhalten.

Würde unser Kriegsminister, seine Generäle und die Etappenhengste doch nur einmal einen solchen Text verstehen, dann müssten sie einfach anders handeln. Leider können sich nicht lesen und nicht verstehen. Aber während Jung einfach nur lächerlich ist, sind die Forderungen von Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan gleichermaßen gefährlich für unsere Soldaten in Afghanistan, die afghanische Zivilbevölkerung und die Bevölkerung hier in Deutschland.

München (ddp). Für den Kampf gegen Taliban und andere Aufständische in Nordafghanistan dringt die militärische Führung der Bundeswehr auf weitergehende Befugnisse für die Truppe. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins «Focus» beklagte Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan im Kreis der Inspekteure, dem «Militärischen Führungsrat», die «sehr restriktive Auslegung» der Rechtslage beim deutschen Einsatz. Die Soldaten müssten auch aktiv gegen erkannte Aufständische vorgehen können, «um nicht immer auf die Schlachtbank geführt zu werden».
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Ein Waffeneinsatz als Erste ist der Bundeswehr damit bislang nicht gestattet.
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Von der militärischen Führung wird nach Informationen des Magazins allerdings zunächst die Lösung favorisiert, den Aufklärungs-Tornados der Luftwaffe den Einsatz ihrer Bordkanonen zur Hilfe für deutsche Soldaten im Gefecht zu erlauben.

Schneiderhan möchte Erstschlagskapazitäten in Afghanistan haben. Er gibt wenigstens zu, Krieg zu führen und will mit den Tornados die doch nur zu Aufklärungszwecken dienen sollten, nun die Dörfer und Kleinstädte zuerst mit Bordlkanonen und dann sicher auch mit Bomben vernichtet. In der Folge erhofft er sich vermutlich terroristische Anschläge in Deutschland, damit er freudig zustimmen kann, die Bundeswehr gegen die Bürger einzusetzen.
Der Herr Generalinspekteur sollte unter Halbierung seiner Pension und unter Bewachung in den Ruhestand versetzt werden. Eine Ausweitung des verlorenen Krieges ist nicht nur unverantwortlich sondern Mord. René Heilig hat in der Zeitung "Neues Deutschland" sehr schön aufgezeigt wie der deutschen Öffentlichkeit die Wahrheit über Afghanistan verschwiegen wird.

Mal abgesehen davon, dass Kriege heute nicht mehr aussehen wie Angriffe auf Coventry oder Dresden – von dem, was in Afghanistan vorgeht, hat der Nachrichtenkonsument an der »Heimatfront« doch nicht die geringste Ahnung. Auch, weil uns keine Bilder vom Krieg erreichen. Nicht einmal per Handy aufgezeichnete Sequenzen wie aus Teheran. Woran das wohl liegt? Unter anderem daran, dass unser Militär in aller Stille das perfektionierte, was die Amerikaner beim Überfall auf Irak »embedded journalists« nannten. Also das Abwürgen der ehrlichen Berichterstattung. Berichtet wird in Wort wie Bild nur, was der Regierungspolitik nützt. Also findet Krieg nicht statt – in GEZ-kompatiblen Wohnzimmern.

Etwas anders ist das schon, wenn man die Verlautbarungen der Amerikaner betrachtet. Der Afghanistan- und Pakistanbeauftragte Richard Holbrooke hat klar zugegeben, dass die bisherige Drogenpolitik, die in der Vernichtung der Mohnfelder bestand, die nicht von der CIA kontrolliert wurden, nicht mehr aufrecht zu erhalten ist.
Holbrooke hat die Änderung der US-Politik gegenüber Drogen damit begründet, dass die Bauern arbeitslos würden und trotzdem immer mehr Heroin auf den Weltmarkt kommt. Nun will er die Drogenbarone direkt angreifen. Also mit der Methode mit der die USA schon in Kolumbien gescheitert sind. Was dem armen Holbrooke keiner gesagt hat, ist, das die Drogenbarone entweder direkt mit der CIA zusammenarbeiten oder einfach Warlords sind, von denen die USA nunmehr Mitwirkung beim Kampf gegen die Taliban wollen.
Auf jeden Fall aber würden sich Drogenbarone und Warlords gleichermaßen zur Wehr setzten und sich nicht wie afghanische Zivilbevölkerung von den USA abschlachten lassen. Die USA müsste in einen Bodenkrieg, den sie aber unbedingt vermeiden will. Längst ist klar, dass man einen Krieg eben aus der Luft zwar gewinnen kann, aber damit nichts erreicht hat.
Deshalb setzt man jetzt auf ferngesteuerte Drohen wie Predator und Reaper, die von Piloten, die am Computer in den USA sitzen, Ziele in Pakistan und Afghanistan angreifen. Wer sich da an 9/11 erinnert, der tut das zu recht. Natürlich kann man so, wie man eine Drohne steuert, auch ein Verkehrsflugzeug steuern und die Leute die eine solche übernommene Maschine fliegen, müssen noch nicht einmal wissen was sie da tun.
Die B
undeswehr beschafft ja jetzt auch eigene Drohnen, die wie bei deutschen oder europäischen Rüstungskäufen üblich, natürlich erst noch entwickelt werden müssen.

Nun haben US-Firmen wie General Atomics Drohnen wie die „Predator“ im Angebot, die die Augen der Militärs leuchten lassen. Sie können 24 Stunden in der Luft bleiben und aus großer Höhe kleine Dinge am Boden entdecken. Aber europäische Konzerne wie EADS wollen und sollen auf dem wachsenden Markt der unbemannten Flugzeuge auch mitspielen. Zudem mischen deutsche Firmen Rheinmetall und OHB Systems mit.
Doch dummerweise kann EADS Drohnen dieser Qualität frühestens 2015 anbieten. Also sucht das Verteidigungsministerium eine Übergangslösung für zunächst drei Jahre, die nichts vorentscheidet, aber den Soldaten in Afghanistan schnell helfen soll. Kein Problem, die Rüstungsabteilung testet sieben Angebote und entscheidet sich für den „Predator“. Nur dieses Gerät, erfülle die „Muss“- und die „Soll“-Anforderungen der Militär, so die Empfehlung. Bei gleichem Preis schneide es damit besser ab als die von Rheinmetall und der israelischen Firma IAI angebotene „Heron 1“.

Nun ja, dann langt es ja noch für den Einsatz im Irankrieg. Vermutlich sind bis dahin auch die Angriffsdrohen beschafft, damit Herr Schneiderhan aus der sicheren Etappe überall auf der Welt Krieg führen kann. Für Merkel, Großkapital und gegen das Vaterland.

Quellenhinweis: Netzwerkpartner Jochen Hoff von Duckhome

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