“Unbeabsichtigte Muskelkontraktion”
Mittwoch, 8. Juli 2009-10:31 -|-Thema: Deutschland, Seht hin!
Von Redaktion | Mein Parteibuch Blog | – Der World Uyghur Congress hat bekanntlich, wie seriöse deutschen Medien ihre Leser und Zuschauer gerade ausgiebig informieren, seinen Sitz im bayerischen München. German Foreign Policy meint nun, die Bundesregierung unterstützt den World Uyghur Congress, weil die sich freut, wenn der Weltkongress der Uiguren China destabiliert.
Und auch die chinesischen Behörden sind ja bekanntlich, wie es in seriösen deutschsprachigen Medien berichtet wird, der Meinung, dass der World Uyghur Congress, der auch prima mit der CIA-Nachfolgeorganisation NED zusammenarbeitet, für die Randale in Urumchi, bei der schon mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen sind, verantwortlich ist. Doch tatsächlich ist alles ganz anders. Auslöser der Randale in Westchina ist eine “Unbeabsichtigte Muskelkontraktion”.
Man weiß ja, wie brutal die Polizei in China ist. Und so ist es kein Wunder, dass da kürzlich bei einer Kontrolle eines mit zwei Uiguren besetzten Autos durch sieben Polizisten, die natürlich allesamt Han-Chinesen waren, der uigurische Fahrer einfach mal von einem der an der Personenkontrolle beteiligten Zivilpolizisten erschossen wurde. Da die Han-Chinesen in der Polizei alle zusammenhalten, haben seine sechs Kollegen dann natürlich erstmal einen halben Tag lang vergessen, Beweise wie Schmauchspuren an den Händen des Schützen zu sichern. Der Polizist, ein guter Han-Chinesse, der schon lange im Polizei ist, wurde dann aber doch angeklagt. Schließlich ist China ja bemüht, sich das Gesicht eines Rechtstaates zu geben. Und die Angehörigen des Opfers sollen ja auch irgendwie ruhiggestellt werden.
Aber wie das in China eben so ist, entpuppt sich der Rechtsstaat dann doch als nichts anderes als eine Farce. So litten die sechs han-chinesischen Kollegen des angeklagten han-chinesischen Polizisten vor Gericht auf einmal allesamt an Amnesie. Keiner wusste mehr, wie oder warum der Fahrer des uigurischen Autos von ihrem Kollgen erschossen wurde. Sicher waren die Kollegen sich bloß, dass der Kollege die Waffe vorschriftsmäßig auf den Boden gerichtet hatte. Vermutlich muss man das so verstehen, dass die tödliche Kugel in einem Bogen um die Ecke geflogen sein soll. Der Angeklagte erklärte den Todesschuss mit einer unbeabsichtigten Muskelkontraktion.
Weil in China die Staatsanwaltschaft grundsätzlich immer auf Seiten der Polizei steht, forderte natürlich auch der han-chinesische Staatsanwaltschaft einen Freispruch für den han-chinesischen Zivilpolizisten. Und da auch han-chinesische Richter immer auf Seiten von han-chinesischen Polizisten stehen, hat die junge han-chinesische Richterin den Todesschützen prompt freigesprochen.
Dass es sich bei dem Todesschuss um eine “unbeabsichtigte Muskelkontraktion” gehandelt habe, sei dem Schütze nicht zu widerlegen gewesen. Ja, und nach diesem Akt des alltäglichen Rassismus, der im Gewand einer Farce von Rechtsstaat kaum verkleidet ist, und den jeder Uigure schon selbst zu spüren bekommen hat, waren die Uiguren stinksauer. Und jetzt ist da eben mächtig Randale in der westchinesischen Stadt Urumchi.
Oh, halt! Äh, ja, die oben erzählte Geschichte hat sich ja gar nicht in China zugetragen. Dazu, wie es zu der Randale in China gekommen ist, wird eine ganz andere Geschichte erzählt. Die oben geschilderte Geschichte spielt in einem Land, wo es ganz normal ist, dass Polizisten gefesselte Neger ungestraft in einer Gewahrsamszelle verbrennen oder gefesselt ersaufen: Deutschland. Das ist das Land, wo es völlig OK ist, wenn ein Polizist ohne Not einen Demonstranten von vorne in den Hinterknopf abknallt. Außer es kommt dann raus, dass der Todesschütze Zuträger von Kommunisten war, natürlich. Diesmal fiel der Todesschuss in Hamburg, das Opfer ein Rumäne. Aufruhr deswegen? Aber doch nicht in Deutschland.
Quellennachweis für diesen Beitrag: Mein Parteibuch Blog. Dieser Beitrag steht unter einer Piratenlizenz.











