Autonome Nationalisten in Piratenpartei
Sonntag, 26. Juli 2009-10:19 -|-Thema: Demokratie, Deutschland, Parteien, Seht hin!, Ticker, Wahl 2009
Antifaschist | de.indymedia.org | – Autonome Nationalisten aus Soltau in der Lüneburger Heide haben versucht sich für die Piraten-partei als Direktkandidaten für die Bundes-tagswahl im September aufstellen zu lassen. Hier einige Hintergründe und der Aufruf an Alle die Unterwanderung der Partei durch Nazis zu verhindern.
Ich habe gerade mal das Wiki der Piratenpartei durchstöbert und bin dabei auf die Wiki-Seite des Wahlkreises 36/Rotenburg 1/Soltau-Fallingbostel gestoßen. Dort haben regional bekannte autonome Nationalisten versucht, sich als Direktkandidaten zur Bundestagswahl aufstellen zu lassen.
Mir ist bewusst, dass viele Leute (hier) das Parteiensystem grundsätzlich ablehnen und damit auch die Piratenpartei ablehnen, da sie sich in diesem bewegt und versucht, sich dort zu etablieren. Auch ich sehe viele Dinge, die im Parteiensystem verändert werden müssten – aber darum geht es in diesem Artikel nicht. Es geht darum, dass Rechtsextremisten versuchen, die Piratenpartei zu unterwandern, um unter ihrem Deckmantel vielleicht zu politischer Verantwortung zu kommen.
Die Partei setzt sich vor allem für Grund-, Freiheits- und Bürgerrechte ein und kämpft gegen den Überwachungsstaat. Sie ist bisher eine Nischenpartei, die sich auf diese Politikfelder beschränkt, wächst aber derzeit sehr stark und baut sich dabei ein politisches Profil auf. Dabei bleibt es nicht aus, dass Manche versuchen, diesen Prozess für sich zu missbrauchen. Vor kurzem geriet die Piratenpartei in die Schlagzeilen, weil der durch umstrittene Äußerungen zum Holocaust bekannte Bodo Thiesenzu einem Parteiamt gelangte. Mittlerweile wurde Bodo Thiesen seiner Ämter enthoben und gegen ihn ein Parteiausschlussverfahren eingeleitet.
Im Wahlkreis 36 – Rotenburg 1/Soltau-Fallingbostel interessierten sich Lars Poppke und Söhnke Dorten für eine Direktkandidatur im Rahmen der Bundestagswahl für die Piratenpartei ( http://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2009/Wahlkreis_36). Zum Glück war dieses Vorhaben nicht erfolgreich, denn sie erhielten nicht die notwendigen Unterstützerunterschriften.
Poppke und Dorten sind regional bekannte autonome Nationalisten. Sie waren früher in der ANNW (Autonome Nationalisten Nord-West) tätig und sind seit deren Zerschlagung aktiv beim NWSN (Netzwerk Sozialistische Union). Wer an dieser Darstellung Zweifel hat, den verweise ich auf die Myspace-Seite von Lars Poppke ( http://www.myspace.com/baricada) auf der es heißt:
„Meine politische Heimat habe ich, nach einer langen aktiven Laufbahn im Nationalen Widerstand, im NWSN ( Netzwerk Sozialistische Nation) gefunden.“
Außerdem treten sie des öfteren im Rahmen rechtsextremistischer Kundgebungen in Erscheinung http://de.indymedia.org/2008/03/211193.shtml).
Ich gehe davon aus, dass die Piratenpartei nicht wusste, mit wem sie es hier zu tun hat. Daher habe ich sie über die Machenschaften dieser beiden Personen unterrichtet und erwarte nun eine Antwort und natürlich eine Reaktion von der Partei.
Die Piratenpartei erlebt derzeit einen extremen Mitgliederzustrom und da bleibt es leider nicht aus, dass Nazis versuchen die Partei zu unterwandern. Daher rufe ich euch auf, die Wiki-Seiten der Partei zu eurem Wahlkreis zu durchforsten, ob sich dort eventuell auch euch bekannte Neonazis oder Autonome Nationalisten tummeln und dann die Partei darüber zu informieren.
Dafür klickt ihr euch entweder durchs Wiki bis zu eurem Wahlkreis (Das Wiki ist hier: http://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2009) oder ihr guckt hier: http://www.bundestag.de/parlament/wahlen/wahlen2009/index.html) nach dem Wahlkreis, der euch interessiert und hängt dessen Nummer an folgende URL: Wiki-Pitatenpartei-Wahlkreis
Die Wahlkreise haben die Nummern 1-299 und müssen bei bei ein- oder zweistelligen Ziffern ohne „0“ davor an die URL angehängt werden. Nicht zu allen Wahlkreisen gibt es Wiki-Seiten.
Lasst uns der Piratenpartei helfen eventuelle Nazis in ihren Reihen zu entlarven. —> NEINZUSPAM.piraten-ohne-nasen@gmx.de
Quellennachweis: de.indymedia.org.
Bildnachweis: Logo Piratenpartei aus Wiki der Partei
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Sonntag, 26. Juli 2009
So sehr jede Art von Faschismus, Nationalismus und Rassismus bekämpft werden muss, sollte man fairerweise auch die Stellungnahme der betroffenen zur Kenntnis nehmen.
Statement von Söhnke Dorten (http://dorten.net/soehnke/allgemein/stellungnahme-zur-direktkandidatur/):
Liebe Freunde der Piraten Partei
Ich möchte in diesem Schreiben Stellung zu meiner Vergangenheit nehmen.
Ich war bis vor einem Jahr und 4 Monaten in der rechten Szene in Niedersachsen aktiv und möchte dies hier kurz erläutern. Als ich 16 war rutschte ich aufgrund meines damaligen Freundeskreises in die die rechte Szene in Schneverdingen ab. Zusammen mit einem Freund nahm ich an mehreren Demonstrationen der NPD teil und konnte mich in meiner jugendlichen Naivität für diese Art der Politik begeistern. Später gründete ich mit dem schon genannten Freund die ANS (Autonome Nationalisten Soltau) die dann später zu einem größeren Bündnis, der ANNW( Autonome Nationalisten Nord/West ) heranwuchsen .
Schon damals setze bei mir der Denkprozess ein, der mich letztendlich zum Ausstieg bewegte. Ich sah mich schon damals als Nationalen Antifaschisten und Querfrontler, ich konnte mit dem Nationalismus ala 3. Reich nicht mehr viel anfangen und mir wurde klar das es unmenschlich war Menschen aufgrund ihrer Abstammung zu bewerten. Diese Einstellung wurde damals von Teilen der Gruppe mitgetragen und führte schließlich dazu das wir uns mit der ANNW größtenteils von der Nazi Szene isolierten. Wir gingen gemeinsam auf sowohl Antifa als auch auf rechtsextreme Demos .
Im Februar 2008 besuchte ich dann meine letzte rechtsextreme Demonstration von der ich aufgrund meiner vorherigen Äußerungen fast ausgeschlossen wurde. Im März 2008 wollten wir an einem Infotisch der Antifa gegen das Treffen der Ludendorfer in Dorfmark teilnehmen, bekamen jedoch einen Platzverweis. Später bekam ich Morddrohungen von Personen aus der niedersächsischen Naziszene, weil ich mich an einem antifaschistischen Infotisch beteiligt hatte. Diese Drohungen und mein damit verbundenes Umdenken brachten mich schließlich dazu komplett aus diesen Strukturen aufzusteigen.
Nach meinem Ausstieg fing ich eine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker an und beschäftigte mich nicht mehr viel mit Politik. Ich hatte auf Grund meiner Vergangenheit Angst noch irgendwo etwas politisch zu machen. Schon zu dieser Zeit verfolgte ich die Politik der Piratenpartei in Deutschland und Europa und konnte mich damit identifizieren. So fasste ich vor einem Monat den Entschluss mich aktiv bei den Piraten zu beteiligen.
Ich möchte mit dieser Erklärung deutlich machen das ich mich von meiner Vergangenheit distanziere und ab sofort in die Zukunft blicken möchte. Ich distanziere mich hiermit noch einmal von Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Chauvinismus jeglicher Couleur. Des weiteren lehne ich Gewalt als politisches Mittel komplett ab. Ich hoffe das ihr mir meine Vergangenheit nicht übel nehmt und hoffe das ihr Verständnis dafür habt. Meine Stellungnahme als Vertrauensbeweis betrachtet, der zeigen soll das ich gerne in der Zukunft mit euch die Politik der PIRATEN vertreten möchte.
Euer Söhnke
Freitag, 7. August 2009
die mutter-partei aus schweden wird von nazis mitfinanziert…