Piratenpartei: Zum Interview mit der „Junge Freiheit“

Dienstag, 15. September 2009-6:01 -|-Thema: Deutschland, Parteien, Ticker

Eine Klarstellung von Andreas Popp stellvertretender Bundesvor-sitzender der Piratenpartei, zum Interview in der Junge Freiheit.

Von Andreas Popp | – Sixtus hats ja heute schon getwittert, dass ich ein Interview mit einer Zeitung names „Junge Freiheit“ gegeben habe, die sich für mich im Nachhinein als ziemlich rechtslastiges Blatt herausgestellt hat. Dazu möchte ich ein paar Worte verlieren. Ich bekam letztes Wochenende eine Mail mit dem Titel „Eilige Interviewanfrage“ mit einer Bitte um Rückruf. Also hab ich da angerufen und gefragt was er denn will. Mir war die Zeitung überhaupt nicht bekannt, also dachte ich mir nichts dabei.

Bei dem Interview bin ich schließlich aus allen Wolken gefallen und hab den Interviewer auch gefragt, was er denn eigentlich von mir wolle, weil er mir immer halb seltsame Vorträge gehalten hat und ich mich auch schon so gefühlt habe, als wolle er mir hier irgendwas unterschieben. Das hab ich dem auch so gesagt. Er versicherte mir ich dürfe mir alles durchlesen und nochmal korrigieren. Ich war schon ziemlich stinkig als das Transcript kam, weil er mir jedes Wort im Mund rum gedreht hat und ich habe bisher auch ehrlich gesagt dank 3 Tagen Schlafmangel nicht gelesen, ob er wirklich alles so übernommen hat was ich geschrieben hab. Ich habe mit mir gehadert ob ich überhaupt ein Transkript zurückschicken soll, aber ich wollte unter keinen Umständen das stehen lassen, was da im ersten Transkript stand. Ich hab also nochmal den Wikipedia-Artikel zu der Zeitung gelesen und dachte mir dann, wenn sogar Ephraim Kishon da ein Interview gibt, dann ist es wohl sicherer es doch zurückzuschicken anstatt zu riskieren, dass er das alte nimmt. Es gibt ja auch genug Medien, die dich gar nicht drüber lesen lassen. Ich hoffe ich habe auch klar gemacht, dass ich mitnichten mit diesen seltsamen Ansichten sympathisiere, die mir da angekreidet werden sollten.

Ich für meinen Teil weiß, dass dies mein erstes und letztes Interview mit diesem seltsamen Blatt war. Ich entschuldige mich bei allen, dass ich hier nicht besser aufgepasst habe, wem ich da ein Interview gebe. Ich hab jetzt schon entschieden, dass ich Interviewanfragen nur noch über die Pressestelle laufen lasse, insbesondere wenn ich die Interviewer nicht kenne.


Quellennachweis für diesen Beitrag:Andis BlogDieser Beitrag steht unter einer CC-Lizenz


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gelesen: 1692 · heute: 2 · zuletzt: 18. März 2010

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19 Kommentare

  1. So etwas verdammt noch mal Dämliches hab ich im Leben noch nie erlebt.
    Und ich dachte, ich hätte diesbezüglich schon alles von Sozens und Linken gesehen.
    Man möchte Rauch speien und unter die Haut fahren…
    Weisst Du Schwachkopf eigentlich, wie lange ich auf dieses eine übernächste Wochenende gewartet habe?

  2. PRESSEMITTEILUNG

    Richtigstellung: Interview mit Andreas Popp von der Piratenpartei

    In der aktuellen Ausgabe 38/09 vom 11. September interviewte JF-Redakteur Moritz Schwarz den Vize-Bundesvorsitzenden der Piratenpartei Andreas Popp. Dieses Interview schlägt seit einigen Tagen hohe Wellen. Und dies nicht etwa wegen der inhaltlichen Aussagen von Andreas Popp, sondern wegen der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT (JF), in der sich Herr Popp geäußert hat. Diese Kritik veranlasste Herrn Popp offenbar zu einigen falschen Behauptungen. So erklärte er, dass er ihm der Interviewer Moritz Schwarz „jedes Wort im Mund rum gedreht“ und sich die JF im Nachhinein „als ziemlich rechtslastiges Blatt“ herausgestellt habe.

    Fakt ist:

    1. Andreas Popp wurde das Interview schriftlich zur Autorisierung vorgelegt. Er hat nur wenige Passagen geändert und das Interview dann zur Veröffentlichung freigegeben,

    2. Andreas Popp hatte im Verlauf des gesamten Interview-Prozesses, also vom 28. August bis zum 3. September 2009, insgesamt 12 Mal per E-Mail Kontakt mit unserem Interviewer Moritz Schwarz, der sich mit ihm austauschte und Informationen zur JUNGEN FREIHEIT anbot.

    Wir stellen fest: Der Vize-Bundesvorsitzenden der Piratenpartei Andreas Popp hat nur wenige Passagen seines Interviews geändert. Folglich kann seine Behauptung, ihm sei „jedes Wort im Mund umgedreht worden“ nicht richtig sein. Ferner gab es einen mehrfachen Austausch mit dem JF-Redakteur Moritz Schwarz. Mögliche Wissensdefizite über die JF hätte er mit wenigen Fragen beheben können.

    Das komplette JF-Interview mit Andreas Popp finden Sie hier:
    http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.154+M53306d54de9.0.html

  3. Nun heul hier mal nicht so herum. Nur weil nun Druck von außen kommt, dass diese Zeitung “rechts” sei, knickts Du ein?! Lächerlich! Wo bleibt denn die Meinungsfreiheit. Warum kann denn nicht jeder mit jedem sprechen – wo ist das Problem?

  4. Da hat der Mann von den Piraten Wikipedia nicht gründlich gelesen. Da steht sogar drin, daß ein Interview mit der JF leicht zu Rudeljagden führen kann. Da muß man darauf gefaßt sein und sich im Namen der Bürgerrechte als standhaft erweisen. Ansonsten wird der Anspruch, für Bürgerrechte eintreten zu wollen, zu einem Windei.

  5. mal ehrlich, wenn ihr piraten solche weicheier seid, dann solltet ihr echt nicht im bundestag sitzen. die pflaumen, die sich da bisher die ärsche breitdrücken, reichen.

    setzt ihr euch für freiheit, offenheit und toleranz denn nur dann ein, wenn’s populär und ungefährlich ist? das kann jeder. ihr piraten seid echt wie alle anderen.

    echt, von mir aus soll jeder von der jungen freiheit halten, was er will, aber sie ist ja wohl eindeutig kein nazi-blatt. und mit diesem warmduschigen gewimmer und geheule habt ihr meine symphatie und meine stimme verspielt. ich hab piraten zur landtagswahl in sachsen gewählt. das war eindeutig das erste und letzte mal!!!!

  6. Ein wirklich schönes Gedicht, das sich bei euch findet:

    “Was deine Stimme so flach macht
    so dünn und so blechern
    das ist die Angst
    etwas Falsches zu sagen

    oder immer dasselbe
    oder das zu sagen was alle sagen
    oder etwas Unwichtiges
    oder Wehrloses
    oder etwas das mißverstanden werden könnte
    oder den falschen Leuten gefiele
    oder etwas Dummes
    oder etwas schon Dagewesenes
    etwas Altes

    Hast du es denn nicht satt
    aus lauter Angst
    aus lauter Angst vor der Angst
    etwas Falsches zu sagen

    immer das Falsche zu sagen?”

    Und jetzt denk mal darüber nach.

  7. 7
    Jennifer Houten 
    Mittwoch, 16. September 2009

    Interview in der Jungen Freiheit
    Wenn Andreas Popp schreibt, er habe nicht gewußt, dass es sich um ein “rechtslastiges Blatt” (ob diese Formulierung verharmlosend ist, darüber lässt sich streiten) gehandelt habe, dann glaub ich ihm das.
    Es zeigt vor allem, dass es im Kampf gegen Rechts (und in anderen Politikfeldern) nicht ausreicht im Internet bloße Lippenbekenntnisse abzugeben, sondern inhaltliche Sachkenntnis dringend erforderlich ist. Deutlich wird hier, dass bei dieser Ein-Themen-Partei alle andren Themenbreiche nicht kompetent bearbeitet werden. In diesem Fall bieten die Piraten beste Ahnungslosigkeit im Kampf gegen Rechts, da kommt Freude bei Vogt, Apfel und co. auf.

  8. Drei Tage Schlafmangel und außerdem noch nie was von der Jungen Freiheit gehört?

    Das glaube ich dir nicht.

    Ich denke eher, daß Du vor jenen eingeknickt bist, die sagen: “Wir können es zwar nicht sachlich begründen, aber die Junge Freiheit ist ein böses Naziblatt!”

    Schäm Dich. In einer Partei, die für Meinungsfreiheit und Bürgerrechte kämpft, haben Leute wie Du nichts verloren.

  9. Pro Informationsfreiheit. Pro Redefreiheit. Pro Bürgerrechte.

    Jeder sollte mit jedem reden dürfen – auch wenn man nicht gleicher Ansicht ist, muss diskutieren möglich bleiben. Auch wenn es dem Altlinken nicht passt, dass man für Freiheit und moderne Medienformen einsteht, sollte man sich nicht den Mund verbieten lassen. Ich bin für eine bunte, demokratische, menschliche Medienlandschaft.

    Traurig, wie schon bei solchen Kleinigkeiten die eigenen Ideale aufgegeben werden.

  10. Hehe. Ja, die Gedichte ganz oben sind der Hammer. So viel zu Anspruch und Wirklichkeit.

    Als ob die Zensur innerhalb der permissiven Gesellschaft nur über Verbote durchgestzt würde.

    Sag mal, wie naiv bist du eigentlich?

  11. Ganz Frisch:

    Jens Seipenbusch ist Bundesvorsitzender der Piratenpartei. Daß sein Stellvertreter Andi Popp der JUNGEN FREIHEIT ein Interview gegeben hat, findet er „nicht klug“. Mit dem Ausfüllen des JF-Fragebogens hatte der Ober-Freibeuter dagegen kein Problem:

    http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.154+M50cb87b0c6c.0.html

  12. Was soll dieser Mist denn jetzt ?!
    Bin echt enttäscht von euch “Piraten”. Wichtig ist WAS man sag und nicht WEM man es sagt.

    Wie will denn einer wie Popp später mit seinen Gegenern reden!? Etwa gar nicht?! Oder sich ständig entschuldigen weil er nicht wusste mit wem er geredet hat. Man man man ….

  13. Mensch – was ist daran verwerflich, einer Zeitung ein Interview zu geben? Vor allem einer Zeitung, die einen nochmal über das Script kucken lässt – was ja wirklich wenige machen? Und im Bundestag stimmt dann Herr Popp in den Chor derjenigen ein, die nicht mit Herrn Gysi sprechen? Weil da ja mal jemand behauptet hat, dass der und die Stasi…

    Nicht das Interview ist der Skandal. Das ist ein Skandal für die taz. Der Skandal ist dieser Rückzieher. Nur weil eine Grüne “Buh” gemacht hat, kippt der stellvertretende Vorsitzende einer bundesweit tätigen Partei aus den Latschen. Also entweder die Partei taugt nichts, oder der Stellv.

    Pirat gegen Establishment: 0:1 kurz vor Ende des Spiels…

  14. Anstatt euch mit diesem Interview (das nebenbei bemerkt wirklich gut war) Rechtskonservative und Libertäre zum Alliierten zu machen, muss sich zumindest Herr Popp jetzt vorwerfen lassen ein rückgratloser Opportunist zu sein…
    Noch geht es: Pfeif auf die antidemokratischen Kommunisten von Junge Welt und Faz und geh zur JF und zelebriere dein Recht dort zu reden zu dürfen.
    Verdammt nochmal, das ist nicht das Monatsblättchen der NPD ! Wenn ich diesen Ausspruch “Kampf gegen Rechts” schon höre! Die sovielgerühmt AntiFa arbeitet mit faschistischen Methoden. Jeder der einem Anderen für seine Meinung Gewalt androht oder antut bedient sich antidemokratischer, faschistischer Methoden. Und das ein Interview eines Piraten in einem antidemokratischen kommunistischen Kampfblatt wie der freien Welt, in dem Mao-Apologethen ihre Klassenhetze verbreiten können, normal ist, aber ein Interview mit der rechtskonservativen Jungen Freiheit die sich jede Ausgabe von neuem dem antifaschistischen Kampf mit publizistsichen Mitteln der Meinungsfreiheit widmen nicht, zeigt doch das die BRD schon lange zur DDR2.0 verkommen ist. Die letzten Schritte um diese neue DDR zur Teilrepublik der EUDSSR zu machen sind abgeschlossen und ein Überwachungsstaat der Mielkes feuchten Träumen entsprunge sein muß sichert die Herrschaft von Generalsekretärin Merkel und Partei. Na dann, seid bereit!

  15. 15
    Freiheit RULEZ 
    Freitag, 18. September 2009

    Man bist du eine jämmerliche Figur.

    Wenn solche Leichtmatrosen Vize-Vorsitzende werden, dann scheint Eure Partei ein echter Karnevalsverein zu sein.

    Wirklich schade, da ich bis heute mein Kreuz bei euch gesetzt hätte. Aber die Freiheit um die es Dir wohl wirklich geht, beschränkt sich wohl aufs freie MP3 downloaden. Ich habe sogar in meinem Umfeld für Euch Werbung gemacht. Das ist jetzt wirklich peinlich für mich…….

    Tu Deiner Partei einen Gefallen und tritt sofort von Deinem Amt zurück. du scheinst damit vollkommen überfordert zu sein.

  16. Das Interview war doch einwandfrei?
    Nur nicht dem ganzen Rummel aufsitzen. Die Junge Freiheit ist mitnichten ein “rechtes Organ”, sie ist schlicht eine sehr konservative, ergo unbequeme Zeitung für etablierte Kreise.
    Was man davon hält, ist eine Sache; jedoch kann man Niemanden ernsthaft einen Strick daraus drehen, mit wem er sich unterhält, solange Derjenige nicht mit bestehendem Gesetz im Konflikt ist. Man sollte auf die Inhalte des Gesprächs achten um sich ein Urteil erlauben zu können.
    Ich bin der Piratenpartei beigetreten, um “die Abkehr von polemischer Meinungsmache” aktiv zu unterstützen! Kopf hoch und Rückgrat finden! Und nur nicht von solchen Kleinigkeiten unterkriegen lassen. Das Establishment fürchtet um Einfluss, da ists ganz normal, dass alle Register gezogen werden.
    Achja: Die JF hat dazu übrigends geschrieben ;-) (http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display.154+M501a546bf74.0.html)

    Interviewpartner der JF können hier (http://www.jungefreiheit.de/Interview.11.0.html) angesehen werden…

  17. 17
    Der Maiszünsler 
    Freitag, 25. September 2009

    Da dachte ich, die Piraten wären eine Alternative. Viele Etablierte haben mehr Rückgrat als Herr Popp.

    Ich dachte Sie wären die Partei der “freien Rede” und des “Freien Austausches”?

    Sie sind für mich nicht Glaubwürdig. So kann man den Kampf gegen die Feinde der Freiheit nicht gewinnen. Treten sie bitte zurück oder gehen sie zu den Grünen.

  18. 18
    Der Schwarze 
    Freitag, 25. September 2009

    Der Ärger und der Zorn über das Einknicken von Herrn Popp gegenüber den Gedankenwächtern dieser Republik ist schon sehr ärgerlich. Ich kann mich nur den VorkommentatorInnen in ihrer Enttäuschung anschließen.

    Aber ich denke, es genügt nicht, beim Ablassen der eigenen Verärgerung stehen zu bleiben. Ich kenne Herrn Popp nicht und weiß auch nichts weiter über ihn, aber ich glaube, er ist (noch) keiner von “diesen” Berufspolitikern und hat deshalb nicht richtig einschätzen können, welchem Druck er sich aufgrund eines Intervies mit der Jungen Freiheit aussetzen wird. Diesem Druck standzuhalten, ist nicht gerade leicht, vor allem nicht, wenn er, wie ich ihm in seinem Fall unterstelle, unerwartet kommt.

    Ich schlage deshalb vor, ihm eine zweite Chance zu geben, aus seinem Fehler zu lernen, womit ich natürlich seine allem Anschein nach scheinheilige und heuchlerische Klarstellung meine und nicht das Interview.

    Zudem ist Herr Popp nicht die Piratenpartei als ganze. Er ist zwar der stellvertretende Vorsitzende, aber nicht das lebendige soziale Gebilde, das die gesamte Partei mit ihren unterdessen Tausenden von Mitgliedern ausmacht.

    Das heißt für mich, daß ich zwar Herrn Popp eine zweite Chance verweigern könnte, nicht aber der ganzen Partei. Denn seinetwegen gleich die ganze Partei abzulehnen, scheint mir deutlich übereilt zu sein. Dafür ist sie noch zu jung und ungefestigt, ähnlich den Grünen in den 80iger Jahren. Soll ihr vor einer endgültigen Aburteilung noch eine Chance gegeben werden!

    Ach übrigens: Ich bin kein Pirat!

    und P. S.: Daniel (siehe Kommentar 1), was für ein Wochenende meinst du eigentlich? Bezog sich Dein Warten auf Herrn Popp oder die Junge Freiheit? Gruß aus Deiner Vergangenheit!

  19. I
    Sich über die “dummen” Politiker beschweren, die dem komplexen Internet nicht gewachsen sind, aber selber unflexibel das Wort “Meinungsfreiheit” über alles stülpen was bei 10 nicht auf den Bäumen ist.
    Das Wort Meinungsfreiheit kann genauso instrumentalisiert werden, wie das Wort Sozial im Namen der unrühmlichen Partei des Gröfaz.

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