Lachend einkaufen bei der Bundeswehr
Montag, 12. Oktober 2009-14:34 -|-Thema: Deutschland, Hintergründe, Partnernetzwerk, Ticker
Von Jochen Hoff | Duckhome | – Der brave Soldat Schwejk hätte sein größtes Vergnügen an dem Baudirektor Sven Hischke gehabt, der Servicebereichsleiter in der Serviceabteilung Strategischer Einkauf (SAbt E) beim Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) in Koblenz ist. Der gute Mann hat nämlich nachdrücklich mit an der Um wandlung des Bestellsytems der Bundeswehr mitgearbeitet.
"„Wir haben es hier mit einem Wechsel von der Depotlogistik zu einer direkten Zulieferlogistik zu tun,“" erklärt Hischke. Was sein Team entwickelt hat, ist eben in der freien Wirtschaft schon längst etabliert, für die Bundeswehr aber ein erheblicher Fortschritt.
Auch beim Bestellen ändert sich etwas – mit Hilfe der elektronischen Kataloge. Wer seine DVDs bei einem Internet-Versandhändler kauft, kennt die Vorgehensweise: Man gibt den entsprechenden Filmtitel in eine Suchmaske ein. Das DVD-Cover wird daraufhin angezeigt, zusätzlich gibt es eine Inhaltsangabe und Fotos.
Um den Film zu kaufen, klickt man das Feld „Zur Kasse“ an und schickt die Bestellung ab. Suchen, auswählen, bestellen – das geht alles schnell und bequem über das Internet. Bei der Bundeswehr ist das noch nicht in vollem Umfang möglich, weil die elektronischen Kataloge nur im Intranet des BWB liegen.
In ihnen können zwar Produkte gesucht und gefunden werden, nach dem Klick auf das Feld „Bestellung“ aber rauscht der Auftrag nicht durch die Datenleitung, sondern erscheint in einem vorgefertigten Formular auf dem Bildschirm. Das muss ausgedruckt und als Fax verschickt werden.
Über eine Internetverbindung wäre es einfacher, Bestellungen aufzugeben, doch "„da gibt es noch Sicherheitsprobleme“", sagt Regierungsoberamtsrat Ralf Heimes (50), Referent in der SAbt E. "„Die Bundeswehr arbeitet hier an einer entsprechenden Lösung.“"
Mit den notwendigen Freigaben und Unterschriften versehen, geht das Fax an den Vertragspartner. Die Bestellung werde rund vier Tage später ausgeliefert, so Heimes.
Mein Gott, was für ein gewaltiger Fortschritt. Ganz Deutschland erstarrt in Ehrfurcht. Da gibt es ein Computerprogramm das tatsächlich möglich macht, dass man aus einem Katalog eine Produktbestellung ausdrucken kann. Grandios. Einzigartig. Welch fantastische Möglichkeiten wurden hier geschaffen. Aber nicht genug damit.
Man kann das Papier dann sogar faxen. Es wird nicht mehr getrommelt, es werden keine Semaphore und keine Meldereiter mehr eingesetzt. Man faxt einfach. Weil faxen machen so sicher ist. Viel sicherer als ein hochverschlüsselter direkter Zugriff auf einen Webserver der Bundeswehr. Dieses System hat echt Zukunft.
Wahrscheinlich werden sie demnächst zu einer weiteren Verbesserung der Sicherheit auf Fernschreiber umstellen. Am schlimmsten aber ist, dass solche eine Geschichte in Y-Magazin der Bundeswehr in der Rubrik Technik veröffentlicht wird. Aber es zeigt auch typisch wie die Bundeswehr organisiert ist.
Alle Entwicklungen richten sich dahin, den rückwärtigen Diensten das Leben zu erleichtern. Dabei wird die Arbeitserleichterung um so besser je höher der Dienstgrad ist. Je näher es aber an die kämpfende Truppe geht, desto umständlicher und abstruser wird die Arbeitsmethodik. Ja die Etappenhengste tun praktisch alles um den echten Soldaten das Leben so schwer wie möglich zu machen.
Da dürfen in Afghanistan Bundeswehrfahrzeuge nicht in den Einsatz, weil ihnen der deutsche TÜV fehlt und die Herren Etappenhengste zählen das Klopapier und sind selbst dafür zu dämlich.
Im Grunde genommen wäre es ja egal, welche Heinis die Abläufe bei der Bundeswehr bestimmen, solange diese Bundeswehr ruhig in Deutschland sitzt und auf einen Feind wartet, der nicht kommt. Dummerweise haben die machtgierigen deutschen Politiker mit starker finanzieller Unterstützung des militärisch-industriellen Komplexes beschlossen, dass die Bundeswehr im Ausland eingesetzt und andere Menschen bekämpfen soll.
Dafür aber sollte den Soldaten dann auch das Beste an Bedingungen geboten werden, was Deutschland bieten kann. Das was die deutsche Etappe liefert, ist dass was sie schon immer geliefert hat. Absoluter Murks. Da ist ein per Zufall gelungener Panzer nur die Ausnahme, der die Regel bestätigt. Wir sollten die Soldaten heimholen unsere Etappe ist echt zu gefährlich für sie.
Quellennachweis für diesen Beitrag: – Netzwerkpartner – Jochen Hoff von Duckhome.
























