US-Generäle strömen nach Israel – zu einer Übung gegen "spezifische Bedrohungen"

Samstag, 14. November 2009-15:43 -|-Thema: Israel Irak Iran, NATO, ausland

Von Tzvi Ben Gedalyahu | Eine beispiellose Anzahl amerikanischer logoEn.jpg Generäle und 1.400 Soldaten der US Army nehmen zusammen mit führenden Offizieren der Israel Defense Forces / IDF [1] an der hoch ­ rangigen Militärübung Juniper Cobra teil, die nach Aussage eines Commanders (eines Korvetten ­ kapitäns) der US Navy auf "spezifische Bedrohungen" vorbereiten soll.

Presseoffiziere unterbrachen den Commander, weil sie verhindern wollten, dass über das eigentliche Szenario gesprochen wurde – über die Verteidigung Israels bei einem Gegenangriff (des Irans) nach einem israelischen Angriff auf die iranischen Atomanlagen.

Eine höherer IDF-Offizier teilte einer Zeitschrift (des britischen Senders) BBC mit: "Ich habe noch nie so viele US-Generäle auf einmal gese­hen."

Der (israelische) Premierminister Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Ehud Ba­rak, und der IDF-Generalstabschef Gabi Ash­kenazi wohnten zusammen mit dem Kom­mandeur der US-Streitkräfte in Europa (Ad­miral James Stavridis, dem Chef des EUCOM in Stuttgart) und James Cunningham, dem US-Botschafter in Israel, am Dienstag derdreiwöchigen Übung bei. Das gemeinsame Manöver, ist eines der größten, die bis­her stattfanden; es nährt Spekulationen, dass sich die Vereinigten Staaten auf das Schlimmste vorbereiten, während sie bezüglich des iranischen Atomprogramms im­mer noch auf das Beste hoffen.

Der ehemalige IDF-General Yitzchak Ben-Israel erklärte gegenüber BBC: "Eins ist auf jeden Fall sicher: Wir werden nicht zulassen, dass sich der Iran Atombomben verschafft." Er sagte, die gemeinsame Übung, die jährlich stattfinde (Sie findet alle zwei Jahre statt!) sei "kein Bluff"; sie solle den Iran unter Druck setzen, damit er sich nicht län­ger weigere, bei seinem Programm zur Urananreicherung, das der Schlüssel zum Bau ei­ner Atombombe sei, mit internationalen Behörden zusammenzuarbeiten.

"Wenn sich der Iran aber nicht unter Druck setzen lässt und darauf besteht, dass er das Recht hat, so viel Uran anzureichern, wie er möchte, dann wird jemand Gewalt anwenden müssen," fügte er hinzu.

"Unser vorrangiges Ziel ist es, den Frieden in dieser Region und vielleicht sogar darüber hinaus zu sichern," erklärte Premierminister Netanjahu. "Ich denke die IDF und die US-Streitkräfte beschreiten einen neuen Weg zur Verteidigung Israels. Diese auch im Ausmaß einzigartige Übung ist eine Bestätigung für die bedeutsamen Be­ziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Staaten."

In die Übung einbezogen war auch das Abfeuern scharfer Raketen im Rahmen eines tief gestaffelten aktiven Verteidigungssystems.

Während das gemeinsame Manöver stattfand, erklärte die deutsche Kanzlerin Ange­la Merkel vor dem US-Kongress: "Wer Israel bedroht, bedroht auch uns."

(Wir haben den Artikel komplett übersetzt und mit Anmerkungen in Klammern und Hervor­hebungen im Text versehen. Nach unserem Kommentar drucken wir den Originaltext ab.)

Unser Kommentar:

Wir haben bereits wiederholt über das Manöver Juniper-Cobra (Wacholder-Kobra) in Is­rael berichtet (s. http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP 09/LP20309 210909.pdf und http://wwwiuftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_09/LP23209_231009.pdf ). Unsere Vermutung, dass sich Israel und die USA mit dieser Übung auf einen iranischen Gegenschlag nach ei­nem israelischen Angriff auf die Atomanlagen des Irans vorbereiten wollen, wurde nun be­stätigt.

Erschreckend ist der Hinweis auf die Merkel-Rede vor dem US-Kongress. In Israel hat man die zitierte Äußerung der deutschen Bundeskanzlerin offensichtlich so verstanden, dass sich auch die Bundesrepublik mit der Bundeswehr an einem von Israel provozierten Krieg gegen den Iran beteiligen wird. Die an dem Manöver teilnehmenden US-Einheiten sind ja auch in der Bundesrepublik stationiert.

Wenn Israel den Iran überfällt, wird es nicht bei "Kampfeinsätzen" oder "kriegsähnlichen Zuständen" bleiben. Nach Frau Merkels vollmundiger Beistandserklärung könnte die Bun­deswehr in einen ausgewachsenen Krieg mit unabsehbaren Folgen gezogen werden.

[1] Infos dazu s. http://dover.idf.il/IDF/English/ und http://de.wikipedia.org/wiki/Israelische_Streitkr %C3%A4fte )


Quellennachweis für diesen Beitrag in deutscher Fassung:Luftpost – Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein LP 251/09 – 13.11.09 | Der Originalbeitrag erschien am 08.11.2009 unter dem Titel “US Generals Flood Israel for Exercise against ‘Specific Threats’” auf Arutz Sheva. Die Übersetzung erfolgte durch Wolfgang Jung von Luftpost.


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