Niemand will mehr Sirtaki tanzen
Sonntag, 13. Dezember 2009-7:44 -|-Thema: Deutschland, EU, Wirtschaft
Von Johannes | Schnittpunkt2012 | – Griechen land ist schlicht gesagt pleite. Im Jänner 2010 wollen sie 25 Milliarden Euro über Staatsanleihen aufbringen. Wer soll diese kaufen? Nachdem Rating Agenturen Griechenland auf absoluten Schrott (BBB+) eingestuft haben.
Es wäre wohl das selbe, wenn du einem Alkoholiker einen LKW voll Schnaps lieferst und hoffst, dass er zum Saufen aufhört.
Doch das ist noch nicht alles, nachdem bekannt wurde, dass Griechenland von Beginn der Beitrittsverhandlungen nicht nur geschummelt, sondern ganz Europa betrogen hat und auch die Eurokriterien niemals erreichen konnte, es aber tatsächlich vorgab, schickt die EU nun Prüfer nach Athen, denn alle aktuellen, offiziellen Zahlen stimmen ebenfalls nicht!
Griechenland, ein arroganter Trittbrettfahrer auf Kosten der anderen. Eigentlich wäre diese Geschichte mit einigem Zynismus zu ertragen, wenn sie nicht eine gewaltige Sprengkraft für den Euroverbund und die gesamte EU hätte.
Arrogant deswegen, weil sie behaupten, die Probleme alleine lösen zu können!!! Das führt nur noch schneller ins Schwarze Loch. Durch die Bonitätsabstufung müssen die Griechen nun erheblich höhere Zinsen für ihre Schulden bezahlen. Und frisches Geld ist in weite Ferne gerückt. De facto ist Griechenland zahlungsunfähig und bankrott!
Nun kann, wenn dies endlich offiziell wird, ein Dominoeffekt in der Südschiene eintreten. Denn Italien, Spanien und Portugal stehen ebenfalls kurz vor einer Staatspleite.
Diese Länder haben ebenfalls erhebliche Probleme, die sie selbst nicht mehr lösen können. Ausser sie treten aus dem Euroverbund aus, geben wieder ihre Lira, Pesetas und Escudos aus und werten diese gleich extrem ab. Schuldentilgung durch Inflation. Eine Praxis, die sie in Jahrzehnten zur Perfektion brachten. Den Euro kann man nur gemeinsam oder gar nicht bewusst abwerten. Obwohl, durch die Probleme mit Griechenland hat diese Woche der Euro gegenüber dem Dollar ziemlich verloren. Sieht aus, als würde hier der "Zerrissene" mit dem "Zerlumpten" streiten.
In jedem Fall hat nicht nur Griechenland, sondern ganz Europa ein erhebliches Problem! Auch wenn die Merkel sagt, dass Deutschland helfen werde, wo nehmen die Deutschen das Geld her. Eben wurde bekannt, dass die Neuverschuldung Deutschlands im nächsten Jahr über 100 Milliarden Euro ausmachen wird. Verschärft sich die Krise, wird es wahrscheinlich noch um Vieles mehr. Wer bitte soll das je zurückzahlen können? Also muss schon entweder mit Hyperinflation oder Währungsreform gerechnet werden.
Denn nicht nur die Staaten sitzen im (finanziellen) Trockenen und brauchen immer mehr Geld um die Strukturen, das System, die Verwaltung, aufrecht zu erhalten. Auch immer mehr Länder sind ebenfalls pleite. Von Kommunen kommen ebenfalls Horrormeldungen! Das heisst, selbst wenn der Staat Deutschland "nur" 100 Milliarden Euro Neuverschuldung durchdrückt, ist bei Ländern und Kommunen ein Vielfaches von dieser Summe notwendig!
Und dann wollen die Deutschen noch ein paar Milliardchen nach Griechenland auf Urlaub schicken? Wo bleibt das viel gepriesene und vielzitierte Verantwortungsbewusstsein? Was sagt man den Steuerzahlern, denen man auf der einen Seite immer mehr Geld aus den Taschen zieht und andererseits schmeisst man das sauerverdiente Geld der Bürger in ein Fass ohne Boden, zerstört durch den Steuerdruck einen Teil der Wirtschaft, erkärt aber lächelnd, der Aufschwung kommt spätestens 2010!
So, liebe Freunde, kann es zu keinem Aufschwung kommen, sondern zu einer immer schnelleren Zerstörung der Wirtschaft und zum Provozieren von Volkswut und Volkszorn. Egal welche Parteien und welche Politiker, sie sind, ob in Athen, Rom, Madrid, Lissabon, London, Berlin oder Wien, heillos überfordert und outen sich als Zerstörer der staatlichen Systeme, wie auch des Rechtsstaates. Im letzten Moment wird nichts anderes übrig bleiben, als Diktaturen auszurufen. Wir sind schon am besten Weg dahin.
Ausser das Volk lehnt sich auf! In Griechenland sind Proteste seit Längerem an der Tagesordnung. Die Frage stellt sich nicht ob es zu einem richtigen, flächendeckenden Aufstand kommen wird, sondern nur, wann es soweit ist.
Böse Zungen behaupten, die Griechen müssten noch dieses Jahr ihren Staatsbankrott zugeben. Da können wir uns auf äusserst turbulente Weihnachten gefasst machen. Dabei kommt einen die Milliardenpleite der Hypo Alpe Adria in Kärnten, die angeblich selbst mit 3 Milliarden nicht auskommen sollen, gerade zu aus, als würde nur der Kaufmann am Eck in Konkurs gehen.
Allerdings zeigt die Pleite der Hypo Alpe Adria, was uns am Balkan erwartet. Serbien ist eigentlich schon seit längerem bankrott und kann nur mit internationalen Geldern den Staat mehr schlecht als recht aufrecht erhalten. Bosnien und Kroatien fahren auf der Überholspur in die Pleite. Nur Slowenien geht es (noch) halbwegs gut, bedenklich ist die Lage in Slowenien aber trotzdem. Doch nicht so aussichtslos, wie weiter südlich.
Wer angesichts dieser Tatsachen noch von einem Ende der Krise und dem baldigen Aufschwung redet, lügt bewusst oder ist einfach zu dumm, um die explosive Situation zu erfassen. Denn niemand soll glauben, dass wir in Österreich, in der Schweiz oder in Deutschland, nicht auch den oder die Staatsbankrott(e) der Südschiene spüren werden.
Europa ist zu sehr verwoben und vernetzt, als dass es uns nichts angehen würde, wenn ein oder mehr Staaten zusammenbrechen. Immerhin gehören Österreich und Deutschland (noch) zu der seltenen Spezies der europäischen Nettozahler … das heisst, wir subventionieren ohnehin schon seit Jahren den griechischen Betrug an uns!
Wann wird dem Faymann endlich das süsse Lächeln gefrieren? Wann wird der Merkel die Sprache wegbleiben? Und, wie lange lässt sich das Volk diese Abzocke noch gefallen? [ Johannes (schnittpunkt2012@gmail.com) ]
Quellennachweis für diesen Beitrag: – Schnittpunkt 2012 – Mit freundlicher Genehmigung des Autors hier zur Wiedergabe auf dem Womblog.de. Bildnachweis: – wikipedia –











Sonntag, 13. Dezember 2009
Na, na, na: BBB+ mit der Bewertung als absoluter Schrott gleichzusetzen, halte ich für sehr gewagt. In Schulnoten ausgedrückt entspricht BBB+ in etwa einer 3, also immer noch “Befriedigend”.
Tja und die Ratingagenturen, die vor etwas mehr als einem Jahr gewissen Banken und Versicherungen noch höchste Bonität bescheinigt haben, wo gar keine mehr vorhanden war, ob die im Falle Griechenlands so hundertrpzentig richtig loegen, ist eine Frage, über die man sicherlich streiten kann.
Sonntag, 13. Dezember 2009
Ja, dass geschieht uns ganz recht. Lange haben die Griechen gelogen was das Zeug hält. Wenns um politische, grenzüberschreitende oder geschichtliche Themen ging. Europa hatte es immer geduldet. So wurde eben eine Lügenkultur erzogen die nun die Quittung eines Staatsbenkrott trägt. Jetzt muss Europa Verantwortung übernehmen und den Griechen aus dem Schlamassel helfen, den Sie zugelassen hat. Die Griechen werden es euch wieder danken mit nem Sirtaki. Es ist eine Schande jetzt wenns gerade schlecht läuft dies zu verweigern.
Sonntag, 13. Dezember 2009
Die Refinanzierungsprobleme Griechenlands sind ein Resultat des Kasino-Kapitalismus in den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Griechenland konnte sein Staatsdefizit von 1996-2006 um etwa 15% von 111% auf etwa 95% senken. Dies vor allem durch ein Wirtschaftswachstum, welches deutlich über dem des EU-Schnittes lag. Man war grundsätzlich auf einem sehr gutem Weg. Die Banken waren gesund, da sie nahezu gar nicht in riskante CDO’s investiert waren, sondern sich auf dem Gebiet des bideren, aber sicheren Kreditgeschäfts, stützten.
Erst die Finanzmarktkrise, die, und ich betone es gerne nocheinmal, ihren Ursprung in der ach so toll wirtschaftenden westlichen Staatengemeinschaft hat, führte zu den verheerenden Folgen in dem Mittelmeerstaat.
Eine etwas differenziertere Berichterstattung, auch von den großen “Meinungsmacher-Medien” wäre angebracht. Aber dies würde ein ganz anderes Bild, auch auf die deutschen Versümnisse werfen und das will ja keiner.
Die bösen sind ja die Griechen, die nicht wirtschaften können und dem armen deutschen Steuerzahler auf der Tasche liegen….Wie konnte man so ein Land in die Währungsunion aufnehmen und dem soliden deutschen Staat nur so beuteln?