Philosoph auf Irrwegen
Mittwoch, 23. Dezember 2009-18:07 -|-Thema: Greenpeace, Umwelt
Von Benjamin Borgerding | Greenpeace Blog | – In einem Interview mit jetzt.de, einem Ableger der Süddeutschen Zeitung, spricht Peter Sloterdijk über das Scheitern von Kopenhagen. Dabei verbreitet der Posterboy der deutschen Philosophenszene zu in etwa gleichen Teilen Richtiges, Falsches und Halbrichtiges.
Sloterdijk erklärt:
Die Lage ist so ernst, dass wir im Hinblick auf Retter nicht wählerisch sein können. So wie es der Erleuchtung egal ist, wie man sie erlangt, so ist es der Erhaltung der Erdatmosphäre egal, wer für sie das Entscheidende tut. Im Rückblick würde man sogar Leuten wie Sarkozy oder Al Gore verzeihen, uns gerettet zu haben, wenn sie es denn täten.
Was das Problem ist, hat der kluge Herr also sehr wohl begriffen, jedoch nicht, wie es am besten zu beheben sei. Dem Philosophen scheint nicht nur egal zu sein, wer das Klima letztlich rettet, sondern auch mit welchen Mitteln dies bewerkstelligt werden kann. Denn Sloterdijks Wahl fällt ausgerechnet auf die CO2-Segregation, die vor allem als die sogenannte CCS-Technologie bekannt ist. Mit CSS (Carbon Dioxide Capture and Storage) soll klimaschädliches CO2 aus den Abgasen abgeschieden und anschließend eingelagert werden. Mit derartigen Technologien ließe sich nach Sloterdijks Überzeugung eine Brücke ins Zeitalter der Erneuerbaren schlagen. Dabei würde es ausreichen, wenn ein paar große Staaten die Initiative ergriffen:
Es würde genügen, wenn die zehn oder fünfzehn größten Klimabelaster sich über eine gemeinsame Linie einigen. Wenn sie für eine gewisse Periode die Technik der CO2-Segregation wählten, erhielte man eine Atempause, die Ölverknappung sorgt weiter für steigenden Umstellungsdruck, und die Nachreifung der alternativen Technologien besorgt das Übrige.
Wer das Interview mit Sloterdijk liest, gewinnt den Eindruck, die CO2-Segregation sei unmittelbar anwendbar, es fehle im Grunde nur noch der politische Wille. Das ist falsch. CCS wird zum großflächigen Einsatz nicht vor 2030 bereitstehen. Nach Berechnungen des Weltklimarats (IPCC) müssen die weltweiten CO2-Emissionen jedoch bereits zwischen 2015 und 2020 den Höchstpunkt erreichen.
Es überrascht, wie vorbehaltlos ein kritischer Geist wie Sloterdijk auf die CO2-Segregation setzt. Bei genauerer Überprüfung zeigt sich, dass die CCS-Technologie nicht nur viel zu spät einsatzfertig wäre, sondern darüber hinaus auch ineffizient (40 Prozent der Kraftwerksleistung gingen unterm Strich verloren), teuer (durch das Nachrüsten der Kraftwerke und den Bau von Pipelines) und nicht zuletzt gefährlich. Als ihn der Interviewer fragt, ob man sich mit der CCS nicht auch gleich eine neue Endlagerproblematik ins Haus hole, erklärt Sloterdijk:
Natürlich würden wir das tun, und niemand weiß, wie die Ozeane reagieren. Deswegen könnte die CO2-Segregation bestenfalls eine Zwischenlösung für eine gestreckte Übergangszeit in die wirkliche Postfossilität bieten.
Sloterdijk erkennt richtig, dass eine mächtige Lobby daran interessiert ist, den Status quo im Energiesektor zu zementieren und deshalb Neuerungen nur in kleinen, penibel kontrollierten Dosen zulässt:
Man sieht allzu klar, wie der gekaufte Hase läuft: Er soll am besten nur sehr kleine Schritte machen. Aber wie wäre es, wenn die Technologien schon heute für mehr als einen kleinen Schritt ausreichten – wenn sie einen Sprung ermöglichten?
Diese Blockadehaltung trifft jedoch keinesfalls die CCS-Technologie, die von Vattenfall derzeit in Schwarzen Pumpe in der Lausitz erprobt wird, sondern richtet sich vielmehr gegen den großflächigen Ausbau der Erneuerbaren. Die beherrschende Marktstellung der großen Energieversorgungsunternehmen (EVU) beruht vor allem auf deren Kraftwerkspark aus großen Grundlastkraftwerken. Die CCS-Technologie soll für die EVU da als Argument für den Bau neuer Kohlekraftwerke herhalten. Die Umstellung auf eine dezentral organisierte Stromversorgung brächte dagegen nur unwillkommene Scherereien mit sich.
Wenn man mal von der Fehleinschätzung bezüglich der CO2-Segregation absieht, finden sich in dem Interview mit Sloterdijk jedoch viele bedenkenswerte Ideen, der Mann ist eben Philosoph. Interessant finde ich zum Beispiel das Konzept vom “Zukunftsatheismus”:
Die Menschen sind Zukunftsatheisten, sie glauben nicht an das, was sie wissen, selbst wenn man ihnen stringent beweist, was kommen muss. Glauben und Wissen klaffen im Hinblick auf unser globales Geomanagement völlig auseinander.
Dafür, dass Wissen und Handeln zwei Paar Schuh sind, hat uns die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen tatsächlich ein eindringliches und erschreckendes Beispiel geliefert.

























Donnerstag, 24. Dezember 2009
Wie kommt es nur, dass so viele Leute so verbissen an der CO2-Theorie festhalten? (So verstehe ich jedenfalls auch den Autor).
Ist diese Behauptung nicht alleine durch den nachstehenden Artikel “Klimalüge schon vor 100 Jahren entkräftet” widerlegt?
Aber abgesehen davon:
- Schon der geringe Anteil des CO2 an der Luft von 0,038% spricht gegen diese These, deshalb wird auch ängstlich vermieden, diese Zahl auch nur zu nennen.
- statt dessen redet man nur vom “CO2-Anstieg” in den letzten Jahrzehnten.
- Bekanntlich sind alle Pflanzen “Verbraucher” von CO2. Ebenso bekanntlich wurden in den letzten Jahrzehnten so etwa die Hälfte aller Regenwälder abgeholzt. Da ist es in jedem Fall plausibler, die CO2-Erhöhung auf das Abholzen zurückzuführen.
- den Temperaturanstieg der letzten Jahrzehnte, auch wenn die Werte nicht gefälscht wären, einfach in die Zukunft zu verlängern, ist genau so unsinnig, wie die Börsenkurse von diesem Jahr auf die nächsten Jahre zu verlängern. Das ist unwissenschaftlich, also Kaffeesatzleserei.
- der behauptete Zusammenhang zwischen Tempratur und CO2 ist unbewiesen wenn nicht widerlegt.
- von den Eisbohrkernen wissen wir, dass das Erdklima in den vergangenen Millionen Jahren schon sehr viel wärmer und sehr viel kälter war, ganz ohne Mensch.
Aber alle diese Tatsachen zusammen reichen nicht aus, die Klimahysteriker zu bremsen. Da müssen gewaltige finanzielle und politische Interessen dahinter stehen. Und Dummheit beim Fußvolk, wie immer.
Dienstag, 16. Februar 2010
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