Wie bestellt

Freitag, 1. Januar 2010-12:11 -|-Thema: Afghanistan, Deutschland, Partnernetzwerk

Von Klaus Wallmann sen. | randzone.de | – Die Lage der USA im Irak ist mau, in Afghanistan noch mauer. Nach führenden US-Militärs ist nun auch “Verteidigungs”minister Guttenberg für eine Regierungs ­ beteiligung “gemäßigter Taliban”, was die “Rechtfertigung” des angeblichen “Kriegs gegen den Terror” allerdings nicht glaubwürdiger werden läßt.

Da kommt ein Terroranschlag gerade recht. Natürlich einer, der wieder, wie schon mehrfach in den letzten Jahren, scheitert.

Objekt des geplanten Anschlags vom 25. Dezember: Ausgerechnet der massiv überwachte Flugverkehr der USA.
Subjekt des geplanten Anschlags: Ein Einzeltäter, der angeblich als islamisch-fundamentalistischer Fanatiker bekannt und in Internetforen höchst aktiv gewesen sein soll.

Einer, der nach einer spitzenmäßigen Terrorausbildung durch Al Quaida im Jemen durch praktizierten Dilletantismus seinen geplanten Anschlag – Allah sei Dank – nicht durchführen konnte. Einer, der laut einer Liste der US-Geheimdienste als Terrorverdächtiger bekannt war. Einer, dessen Vater die CIA und die US-Botschaft in Nigeria zuvor vor dem geplanten Anschlag gewarnt hat. Einer, der trotz alledem unbehelligt reisen durfte.

Wenn man alldem nicht das Wörtchen “angeblich” voranstellen darf, dann war Obama’s jüngste Schelte der US-amerikanischen Sicherheitsbehörden nur ein sanftes Säuseln im Wind. Denn sonst hätte es Entlassungen regnen müssen. So aber bleibt erneut nur der Verdacht einer Inszenierung, die “Gründe” zur Durchsetzung von Plänen liefern soll, die mit dem Anlaß nichts zu tun haben.

Zum einen geht es um die Akzeptanz der flächendeckenden Überwachung und Speicherung von persönlichen Daten – woran nicht nur die herrschende Klasse Europas interessiert ist, was aber zunehmend Kritik bei den Bürgern hervorruft. Aktuelles EU-Ansinnen: Körperscanner.
Zum anderen kann man jetzt laut über “Vergeltungsschläge” gegen den Jemen für das gescheiterte Attentat nachdenken, also über Angriffe der USA auf ein zumindest formal unabhängiges Land, gegen das bisher noch kein Krieg erklärt wurde.

Baron Guttenberg hat das richtige Wort gefunden. Nicht um islamische Fundamentalisten geht es dabei, sondern um die “Befriedung” der für die westlichen Imperialisten strategisch wichtigen Regionen.

Beispiele für derartige “Befriedung” sind z.B. der türkische Luftangriff 2007 auf ein vom BND ausspioniertes Treffen der Führung der marxistischen MKP, dem fast die gesamte Parteispitze zum Opfer fiel, oder Kolumbiens Bombardierung eines Lagers der Guerillaorganisation FARC auf dem Boden des Nachbarlandes Ecuador 2008, an deren Vorbereitung ebenfalls internationale Geheimdienste beteiligt waren.

Das macht deutlich gegen welche Kräfte sich der stete Ausbau der Überwachung weltweit wirklich richtet. Das macht auch deutlich, wem diese ganzen “vereitelten”, angeblichen Anschläge nützen. [ Klaus Wallmann sen. ]


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