Die USA werden Haiti langfristig besetzen
18 | 01 | 2010
Von Jochen Hoff | Duckhome | – Es ist schön wenn ein Land Freunde hat die ihm in der Not helfen. Bei dem schrecklichen Erdbeben das die haitischen Hauptstadt Port-au-Prince weitgehend zerstört hat, haben viele Nationen sofort Hilfe zugesagt.
Die USA setzte gleich einen Flugzeugträger in Fahrt. Vermutlich um den Hunger mit Bomben zu bekämpfen. Selbstverständlich haben die USA auch gleich den einzigen Flughafen übernommen. Freunde wie die USA, also imperialistische Eroberer sind eben so.
Selbstverständlich war die US-Aussenministerin Clinton auch als erste vor Ort und der Friedensnobelpreisträger Obama hat die ehemaligen Präsidenten Bush und Clinton als Besatzungschefs eingesetzt. Das ist passend, das ist schon lange Teil der us-amerikanischen Politik. Immer wenn es für Haiti in der Vergangenheit etwas Hoffnung gab, kamen die US-Militärs und schlugen diese Hoffnung nieder.
Nur wenn der jeweilige Machthaber, die Bevölkerung grausam unterdrückte wie es 1957 Francois „Papa Doc“ Duvalier schaffte, der mit seinen Tontons Macoutes das Volk durch Folter und Mord quälte, waren die USA glücklich. Als der Armenpriester und Befreiungstheologe Jean-Bertrand Aristide mit großer Mehrheit gewählt wurde, taten die USA vor allem durch die CIA alles um ihn möglichst schnell zu stürzen. Hoffnung oder gar Demokratie durfte es für Haiti nicht geben.
Der von der CIA geführte Brigadegeneral Raoul Cédras putschte Aristide weg, allerdings schritt die Organisation Amerikanischer Staaten ein und Aristide konnte in sein Amt zurückkehren. Allerdings nur wenn er sich der Weltbank und dem Internationalen Währungsfond unterwarf und die kapitalistische Wirtschaftsform bedingungslos unterstütze. Das war die Zeit, in der die Weltbank und der IWF mit ihrer menschenfeindlichen arschkriecherei gegenüber dem Kapitalismus in Haiti jede Hoffnung beerdigten.
Auch vom späteren Weltbankchef Horst Köhler hat man nie ein gutes Wort zu Haiti gehört oder gar eine Hilfe gesehen. Deshalb ist besonders peinlich wenn sojemand davon spricht, dass er angeblich mitleidet. Aufgrund der gemeinen Praxis von IWF und Weltbank mussten alle haitianischen Politiker die Interessen ihrer Bürger immer den Interessen des Großkapitals und vor allem aber immer wieder den Interessen der USA unterordnen.
Nun hat der Friedensnobelpreisträger Obama die langfristige Besatzung des Landes angeordnet und wenn die Amerikaner irgendwann wieder abziehen, werden die Menschen in Haiti noch ärmer und noch hoffnungsloser sein. Aber das us-amerikanische Kapital wird sich freuen, neue Militärbasen gegen Kuba und die aufbruchswilligen Länder in Südamerika werden bereit und ein neuer Papa Doc wird dank US-Hilfe an der Macht sein.
Es gibt auch keine Hoffnung, das sich irgendein Land gegen die Besatzung erhebt. Venezuela, Boliven, Kuba und andere lateinamerikanische Länder sind längst im Fokus der US-Angriffsmaschinerie. Gegen Venezuela haben ja sogar die Holländer Waffen in Stellung gebracht und kämpfen zusammen mit kolumbischen Drogenhändlern und den USA gegen die Freiheit in Lateinamerika.
Die USA hat den Krieg im Irak und Afghanistan verloren. Obama kann das nur nicht zugeben. Mit einem Krieg vor der Haustür, in Lateinamerika hätte er einen Grund Afghanistan schnell herunterzufahren und in Lateinamerika kann die USA siegen, weil sie überall ihre Leute sitzen hat, die als Ausbeuter nur überleben können, wenn sie die USA als Sicherheit im Nacken haben.
Wahrscheinlich gibt es keine Hoffnung für Lateinamerika. Ganz sicher aber gibt es keine Hoffnung für Haiti.
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Masterracer 18.01.2010 um 23:31 Uhr
Insgesamt eine zwar historisch weitestgehend korrekte, den aktuellen Geschehnissen aber kaum angemessene polemische Aufarbeitung. Welchen Umständen auch immer geschuldet – Haiti ist nicht erst seit dem Beben ein anarchistischer, nachgerade vollständig rechtsfreier Raum, der ohne eine Intervention von außen – und auch ohne die mehrjährige Präsenz einer anderen Nation – nicht ansatzweise wieder zu staatlichen Strukturen gelangen kann. Dass die Amerikaner auch weitere Interessen mit dieser Präsenz verknüpft wissen wollen, wird so sein. Dennoch ist aus aktueller Sicht diese “Besetzung” ein mehr als notwendiges Übel.
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roush 18.01.2010 um 13:18 Uhr
@ Masterracer
Ich möchte darum bitten, die Menschen in dem gesamten Elend zu sehen. Besser noch: Zu fühlen.
Aus der Ferne kann jeder ganz viel sagen, wenn er nicht betroffen ist.
Versuche Dich bitte an Deine grundsätzliche Art zu erinnern; Mensch sein. Kein Smile.