Arbeitsplatzvernichtung durch Umverteilung nach oben
Freitag, 22. Januar 2010-11:30 -|-Thema: Arbeitsmarkt, Globalisierung, HartzIV, Parteien, Politik, Wirtschaft
Von Geierschreck | Readers Edition | – Billiger Protest gegen den “Arbeitsdienst” von Roland Koch: Vor wenigen Jahren wurde gegen die Hartz-IV-Opfer der “Arbeitsplatzvernichtung durch Umverteilung nach oben” sogar noch von Wolfgang Clement (SPD!) und den übrigen Verursachern gehetzt (sh. rossaepfel-theorie.de ff. ).
Die Neoliberalen, also die Selbstbediener durch Umverteilung nach oben und ihre Nachbeter, haben inzwischen Kreide gefressen, seitdem die LINKE ihre Machenschaften entlarvt. Ihre Hetze richtet sich jetzt vor allem gegen ihre Demaskierer.
Die Verarmung des Staates ist also hausgemacht und steht in krassem Gegensatz zu den erfolgreichen Wirtschaftsmodellen der skandinavischen Staaten. Der Spitzensteuersatz wurde von 53 auf 42 Prozent gesenkt (mit einer irreführenden Reichensteuer für ganz wenige und einem Aufkommen in Höhe der Hundesteuer). Die Vermögensteuer wurde ausgesetzt, Erben und profitierende Unternehmer erhielten zusätzliche Steuergeschenke, alles finanziert durch Erhöhung der Mehrwertsteuer, sonstiger Verbrauchssteuern, Kommunalgebühren usw. zu Lasten der Ärmsten. Lobbyistengruppen wie die Besitzer großer Hotelketten erhalten Milliarden-Subventionen über ihre Mehrwertsteuersenkung im Anschluss an Parteispenden in Millionenhöhe, aber für die überfälligen Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst ist kein Geld mehr da.
Die Lobbyisten der Pharma- und Energie-Industrie unterhalten zur Preistreiberei eigene Büros in den Ministerien. Die passend ausgewählten Direktoren von Wirtschafts-”Forschungsinstituten” wie dem DIW fordern sogar noch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 25 Prozent, um die weitere Umverteilung nach oben zu finanzieren.
Die Steuerquote ist nicht einmal halb so hoch wie in Dänemark mit einem Spitzensteuersatz von 59 Prozent (sh. rossaepfel-theorie.de/Staatsquote.htm), aber die Arbeitslosenquote ist fast doppelt so hoch wie dort (sh. wko.at). Der Sozialstaat wird hier zu Lasten der Arbeitnehmer über eine hohe Sozialabgabenquote finanziert, die keine Freibeträge und auch keine prozentual steigende Belastung nach Leistungsfähigkeit kennt, wohl aber eine Deckelung für die besser- und bestverdienenden neoliberalen Meinungsmacher, die die Finanzierung des Sozialstaates (Art. 20 GG) lieber den Klein- und Normalverdienern überlassen.
Während die Reallöhne in den umgebenden Staaten kräftig gestiegen sind, wurden sie in Deutschland von 2000 bis 2008 um minus 0,8 Prozent gedrückt (sh. hierzu und zu den Hintergründen: rossaepfel-theorie.de/Journal-3.htm mit weiteren Nachweisen). Damit wurde die Binnennachfrage gedrosselt.
Die Verarmung und allmähliche Verelendung des Staates in Städten und Gemeinden ist mit Händen zu greifen. Viele reguläre Arbeitsplätze wurden vernichtet und durch noch mehr prekäre Arbeitsverhältnisse ersetzt. Die Finanzmarktkrise infolge der Deregulierungs-Wut kam noch hinzu. Die ständig geschürte Angst vor Hartz-IV wurde durch fortschreitende Lohndrückerei ausgenutzt.
Die Gewerkschaften wurden auf diese Weise zielgerichtet geschwächt, aber ein gesetzlicher Mindestlohn wie in den meisten anderen EU-Staaten wird von der gewählten Regierung abgelehnt. Mit dem großen Medienkapital und dem Proporz-Fernsehen der herrschenden Parteien können die Wähler über die tatsächlichen Verhältnisse getäuscht und kann jede Aufklärung diffamiert werden.
Statt den Arbeitsplatz-Vernichtungs-Prozess umzukehren, fordert der Vorsitzende der “Wirtschaftsweisen”, Wolfgang Franz, noch eine Kürzung des Hartz-IV-Regelsatzes um 30 Prozent von 359 auf 251 Euro monatlich (sh. “Kritik an Wirtschaftsweisem Franz – DGB geißelt Vorstoß zur Hartz-IV-Kürzung”, spiegel.de, 22.12.2009). Damit lassen sich die Umverteilungsopfer bei ihrer Suche nach ordentlichen Arbeitsplätzen noch weiter unter Druck setzen. Als angeblichen Ausgleich bietet man ihnen bessere Zuverdienstmöglichkeiten in den verbleibenden Billig-Jobs mit ihrer Lohnspirale nach unten.
Das Hauptproblem ist also nicht Kochs asozialer Arbeitsdienst, sondern die asoziale “Arbeitsplatzvernichtung durch Umverteilung nach oben”.

























Samstag, 23. Januar 2010
Besser kann man die Problematik von Hartz IV nicht beschreiben.
Nur eine Ergänzung noch: Sollte ein charismatischer Typ nach Vorbild Haider auftreten, dann wird es in dieser Republik erst richtig ernst. Es scheint, daß die Linkspartei die Verblödung durch gezielte Meinungsmanipulation einer Zweidrittelgesellschaft nicht guten Argumenten durchbrechen kann.
Es ist also durchaus noch nicht ausgemacht, ob diese Republik nach links schwenkt oder nach rechts.
Es wird auf die Wahl in NRW ankommen, wohin die Reise geht.
Sollten viele Wähler aber wieder zuhause bleiben, dann nimmt die Kürzung von Regelleistungen seinen Lauf – genau nach Koch´schem Muster.
Samstag, 23. Januar 2010
Besser kann man die Problematik von Hartz IV nicht beschreiben.
Nur eine Ergänzung noch: Sollte ein charismatischer Typ nach Vorbild Haider auftreten, dann wird es in dieser Republik erst richtig ernst. Es scheint, daß die Linkspartei die Verblödung durch gezielte Meinungsmanipulation einer Zweidrittelgesellschaft nicht mit guten Argumenten durchbrechen kann.
Es ist also durchaus noch nicht ausgemacht, ob diese Republik nach links schwenkt oder nach rechts.
Es wird auf die Wahl in NRW ankommen, wohin die Reise geht.
Sollten viele Wähler aber wieder zuhause bleiben, dann nimmt die Kürzung von Regelleistungen seinen Lauf – genau nach Koch´schem Muster.
Dienstag, 26. Januar 2010
gut gesagt alles, aber dennoch ist der wahre bösewicht nicht genau identifiziert worden… der fehler der die gesamte weltwirtschaft niederreißt, ist systemimmanent und von daher gut getarnt! was in wirklichkeit das geld von unten nach oben umverteilt sind nämlich zins und zinseszins!
kann eigentlich jeder mit nur mäßiger intelligenz durch kurzes nachdenken nachvollziehen…: jemand der hat, bekommt mehr und muss nix dafür tun. dann bekommt er noch mehr, weil er ja jetzt mehr hat als er vorher hatte… usw- jemand der nix hat muss sich was leihen… und zahlt zinsen, leiht er sich mehr, weil er ja dann noch weniger hat als er vorher hatte, muss er auch mehr zinsen bezahlen… usw!
niemand traut sich, darüber zu reden, aus angst in irgendeine suspekte ecke gedrängt zu werden…
was unserer gesellschaft helfen könnte, wäre eine geld- und bodenreform im sinne der freiwirtschaft. viele andere systeme sind bereits gescheitert, warum also nicht mal einem neuen die chance geben, dessen architektur unleugbaren charme aufweist, wenn man es wagt sich darauf einzulassen?!
viele infos und links zum thema: http://www.inwo.de (link und das hier ruhig aus dem kommentar entfernen, aber vorher bitte die seite mal durchschmökern…!)