Iran Situation: Hektisches milliardenschweres Hochrüsten der Golfstaaten durch die USA – Bildung einer “Verteidigungsarmee”

Montag, 1. Februar 2010-4:49 -|-Thema: Gesellschaft, Partnernetzwerk, USA, ausland

Von Petrapez | Radio Utopie | – Die USA rüsten ihre alliierten Monarchien am Golf derzeit offen auf. Geliefert werden Raketen-systeme wie “Patriot” und “THAAD”, sowie Luftflotten. Die Begründung: man müsse sich dort gegen Angriffe des Iran schützen, wenn dieser nach einem Angriff zurückschlage.

Laut US-Presseberichten arbeitet die US-Regierung zwar öffentlich, aber “im Stillen”, mit Saudi-Arabien und anderen Verbündeten am Persischen Golf an einer massiven Aufrüstung. U.a. sollen “Abwehrmassnahmen” für Öl-Terminals und andere wichtige Infrastruktureinrichtungen so schnell wie möglich einsatzbereit sein.

Ehemalige und aktuelle US-Regierungsbeamte und des Nahen Ostens gaben an, damit künftige militärische Angriffe durch den Iran vereiteln zu wollen und stellen diese militärische Aufrüstung als abschreckendes Beispiel dar, so wie die Welt schon einmal getäuscht wurde, als es während des Kalten Krieges von beiden Seiten hiess, mit dem Aufeinanderrichten der Raketen mit atomaren Sprengköpfen wird ein nukleares Gleichgewicht hergestellt, das einen Krieg verhindern würde.

Es starten mehrere Initiativen. Eine davon soll eine “Schutztruppe” des saudischen Innenministeriums von 10.000 auf 30.000 Streitkräfte erhöhen, in Kooperation mit den USA.

Diese “Task Force” hat angeblich die Aufgabe, Öl-Anlagen, Häfen und Entsalzungsanlagen des Landes schützen – vor Anschlägen der “al-Qaida”, möglichen künftigen Angriffen durch den Iran oder “iranisch inspirierte terroristische Gruppen”, wie “derzeitige und frühere Regierungsbeamte” in der Washington Post (1) erklärten.

Die Washingtoner Regierung kündigt an, den Zugang zu Waffen-Technologien und -Ausrüstung für ihre verbündeten arabischen Monarchien zu erleichtern. Für die Luftflotten und Luftabwehr ist eine beispiellose gemeinsame Kooperation vorgesehen. Allein die Vereinigten Arabischen Emirate haben von US-Waffenkonzernen vor kurzem achtzig  F-16 Kampfflugzeuge gekauft.

Im letzten Jahr wurden zum ersten Mal Militärs der VAE in die Nellis Air Force Base in Nevada zur Teilnahme eingeladen, um an dem internationalen Manöver “Red Flag” der US Air Force teilzunehmen. Der kleine Golfstaat ist in Verhandlungen über einen Kauf von Rafale-Kampfjets. Ein hochrangiger Beamter der Emirate, der mit den militärischen Übungen vertraut sei, wird dahingehend zitiert, dass das Regime der Vereinigten Arabischen Emirate “Interoperabilität” mit den US-Waffensystemen anstrebe,

“Wir messen uns nicht daran, was unsere Nachbarn tun. Wir sind an der Absolvierung einer anspruchsvollen Ausbildung interessiert und das die besten und fähigsten Plattformen zur Verfügung stehen.”

Das US-Militär lobte die Aufrüstung der winzigen Ölmonarchie  beeindruckt. In einer Rede in Bahrain im vergangenen Jahr verlautbarte der Chef des US-Zentralkommandos, General David Petraeus, dass es die Luftwaffe der Vereinigten Arabischen Emiraten

“allein mit der gesamten iranischen Luftwaffe aufnehmen könnte, glaube ich.”

Laut Vertretern von Militär und Regierung der USA, werden sich vier Staaten der Region an einem Raketensystem mit acht Stützpunkten im Persischen Golf beteiligen, u.a. in Qatar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain and Kuwait. Saudi-Arabien und Israel haben schon länger solche Systeme. Auch vor der Küste des Irans sollen spezielle Schiffe mit Raketenabschussrampen stationiert werden.

Der Chef des US-Zentralkommandos, General David Petraeus, soll die “kaum in die Öffentlichkeit dringende Koordination der neuen Strategie gegen den Iran” durchführen, so New York Times am Samstag. (2)

Durch anonyme “Beamte der Golfstaaten” wurden in den US-Zeitungen gemeinsame Militärmanöver der USA und arabischen Monarchien angekündigt. Alles scheine darauf angelegt zu sein, zunehmenden Druck auf Teheran auszuüben, so ebenfalls am Samstag die Washington Post.

Die Regierung unter Barack Obama habe es mit den von George W. Bush beschlossenen Lieferungen von Kampfflugzeugen und “Raketenabwehrsystemen” an die Alliierten am Persischen Golf deswegen so eilig, weil das konventionelle Waffenarsenal des Irans “kontinuierlich anwachsen” würde, so die Zeitung aus der Hauptstadt der USA.

Den US-Zeitungsberichten zufolge haben die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien in den letzten zwei Jahren US-Waffen für mehr als 25 Milliarden Dollar gekauft. Abu Dhabi krönte in zwei Jahren die Liste der Kunden von US-Waffenkonzernen mit dem Kauf von Hardware im Wert von 17 Milliarden Dollar, einschliesslich der Patriot-Raketen-Stationen und einem modernen “Raketenabwehrsystem”, dass als Terminal High-Altitude Area Defense oder THAAD bekannt ist und von Lockheed Martin Space Systems Company (LMSS) und Raytheon entwickelt wird. Drei weitere asiatische Länder der Golfregion würden in einen Einstieg in das Waffensystem in Erwägung ziehen, hiess es.

Die nicht näher benannten “Beamte aus Golfstaaten” leugneten den US-Berichten zufolge eine direkte US-Unterstützung der Waffenkäufe durch die US-Allierten; andere anonyme Quellen verkündeten, man habe aus der Obama-Regierung “unterstützende Signale” für mehr Waffenkäufe dafür bekommen, am Golf noch grosszügiger aufzurüsten als unter der Bush-Regierung. Angeblich wäre die US-Unterstützung zurückhaltender als erstrebenswert, aber, so die Regierungsvertreter der US-Alliierten, man hätte in Washington “Rücksichten auf Israel und andere” zu nehmen.

Unter wieviel Zynismus und Heuchelei die Washingtoner Regierung ihren nächsten Angriffskrieg in Asien vorbereitet, zeigt auch die Berichterstattung der “Washington Post”. Zitat (1):

“Golfstaaten fürchten Vergeltungsschläge durch Iran oder alliierte Gruppen wie Hizb-Allah (Hisbollah) im Zuge eines Präventivschlages gegen Irans Nuklearanlagen durch die USA oder Israel”

So kann man es natürlich auch ausdrücken.

(…)

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16.10.2009 Iran Situation: EU-Seemanöver in der Ostsee trainiert “Embargomassnahmen”
26.08.2009 Iran Situation: Israel drängt Deutschland zu Blockade
19.06.2009 Die Iran Situation: Berliner Chunta will deutschen Militäreinsatz im Jemen
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Quellen:
(1) http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/01/30/AR2010013001477.html
(2) http://www.nytimes.com/2010/01/31/world/middleeast/31missile.html

Quelle: – NetzwerkpartnerRadio Utopie

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