Elft-Kältester Januar seit 1900
Dienstag, 9. Februar 2010-16:55 -|-Thema: Umwelt
Von Michael Krüger | Readers Edition | – Infolge der globalen Erwärmung erwarten viele Klima wissenschaftler eine Zunahme der winterlichen Westwindlage. Man spricht von einer starken Nordatlantischen Oszillation (NAO), einher gehend mit einem stabilen Islandtief und Azoren hoch und einem stabilen Nordpolarwirbel.<
Die warmen Winter überwiegen und die kalten Winter werden zur Ausnahme. In den letzten beiden Jahren beobachtet man aber genau das Gegenteil. Das Islandtief und Azorenhoch sind schwach ausgebildet, es herrscht eine schwache NAO mit einem instabilen Nordpolarwirbel vor und es kommt immer wieder zur Kaltlufteinbrüchen aus dem Osten.
Was sagen die Daten?
Der Januar ist der kälteste Monat des Jahres. Der vergangene Januar 2010 ist Deutschlands elft-kältester Januar seit 1900. Kälter waren im letzten Jahrhundert nur noch der Januar 1940, 1942, 1963, 1987, 1985, 1941, 1947, 1929, 1979 und der Januar 1945.
Mit -3,7 Grad Celsius lag die durchschnittliche Temperatur im Januar 2010 bundesweit um -3,2 Grad unter dem vieljährigen Klimawert von -0,5°C, (dem Januarmittelwert von 1961-90). Der letztjährige Januar 2009 war ebenfalls zu kalt, bundesweit um -1,7 Grad. Auch der Januar 2006 war zu kalt und zwar um -2,1°C.
Im erstem Jahrzehnt des 21. Jahrhundert finden sich somit drei Januarmonate, die deutlich zu kalt ausgefallen sind. Die letzten beiden davon in Folge. Der Januar 2010 war der kälteste des Jahrzehnts.
Zum Vergleich: In den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts gab es nur zwei Januarmonate, die deutlich zu kalt ausgefallen sind.
Fazit: Von einer deutlichen Abnahme der kalten Winter, wie sie z.B. von Prof. Mojib Latif seit zehn Jahren prognostiziert wird, kann nicht die Rede sein. Ein Ende der kalten Winter ist nicht absehbar.
[ Quelle Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland ]
























