Auch das Großherzogtum Luxemburg leistet unbemerkt seinen Beitrag zu dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und der NATO in Afghanistan.

13 | 03 | 2010

Von Capt. John Ross-Pressebüro des 86th Airlift Wing | Luftpost LP 071/10 vom 13.03.10 – übersetzt von Wolfgang Jung | – Transporte mit Lastwagen, Flugzeugen, Zügen und Schiffen: Die Partnerschaft zwischen den USA und Luxemburg trägt zur Unterstützung der US-Truppenverstärkung in Afghanistan bei.

AIR BASE RAMSTEIN, Deutschland – Seit der Plan des Präsidenten Obama, die US- Truppen in Afghanistan zu verstärken, umgesetzt wird, ist die Aussage, die 86 th Material Maintenance Squadron / MMS (Material-Wartungsstaffel) mache Überstunden, noch eine Untertreibung.

Nachdem sie den Auftrag erhalten hat, für die US-Air Force in Europa den größten Transport von War Readiness Material / WRM (von bereitgehaltenem Kriegsmaterial) seit der Operation Desert Storm im Jahr 1991 (seit Vater Bushs Irak-Krieg) vorzubereiten, hat die 86th MMS zusammen mit ihren Partnern von der Warehouses Services Agency / WSA (der Einlagerungs-Agentur) alle Hebel in Bewegung gesetzt.

"Schon der Umfang des Auftrags ist sehr belastend," sagte Master Sgt. (Oberfeldwebel) Edward Watson, der für die Vorbereitung von Lufttransporten Verantwortliche der 86 th MMS. "Wenn wir eine solche Aufgabe erhalten, hängt sich jeder voll rein. Die Männer arbeiten sieben Tage pro Woche und jeden Tag 14 bis 16 Stunden. Sie wissen, wie wichtig das ist, und ihre Arbeitsmoral ist wirklich hoch."

In der Central Region Storage Facility / CRSF (im Regionalen Zentrallager) bei Sanem im Luxemburg (s. http://www.globalsecurity.org/military/facility/sanem.htm ) sind die MMS und die WSA bereits damit beschäftigt, 354.240 Quadratfuß (ca. 33.000 m²) Flugplatz-Matten des Typs AM-2 (s. http://ammtiac.alionscience.com/pdf/AMPQ7_1AR- T02.pdf ) und weitere Basic Expeditionary Airfield Resources / BEAR (weiteres Feldflugplatz-Zubehör) zum Bau von sechs vorgeschobenen Stützpunkten für 3.500 Soldaten in Afghanistan transportfertig zu machen.

"Es ist wirklich eine einzigartige logistische Herausforderung, 6 Millionen Pound (ca.2.772 t) Kriegsmaterial für den Transport mit Flugzeugen, Zügen, Lastwagen und Schiffen über mehrere Staaten und Kontinente vorzubereiten," erklärte Lt. Col. (Oberstleutnant) Adrian Crowley, der Kommandeur der 86th MMS.

Die einzelnen Sendungen verlassen das CRSF-Depot auf Lastwagen und werden dann auf dem Luftweg, mit der Bahn oder auf dem Seeweg zu verschiedenen Bestimmungsorten im Kampfgebiet gebracht. Der Offizier erläuterte, das zu mehreren Häfen transportierte Kriegsmaterial fülle 200 Lastwagen oder 80 C-17-Transporter, wenn alles über eine Luftbrücke befördert würde.

"Der Transport durch Mitteleuropa, Osteuropa, Russland und und mehrere an Afghanistan angrenzende Länder stellt hohe Anforderungen an die Logistik," meinte er. "Bei dem Transport von so viel Kriegsmaterial in so kurzer Zeit können wir einen Menge logistischer Erfahrungen sammeln."

Das BEAR-Konzept zur Errichtung von Stützpunkten fasst eine Kombination von Modulen zusammen, mit denen sich auch unter schwierigen Verhältnissen vernünftige Lebens- und Arbeitsbedingungen für 550 Personen schaffen lassen; damit können Schlaf- und Waschräume, Duschen, Toiletten, eine Wäscherei und eine Küche errichtet werden, die mit (von Generatoren erzeugtem) elektrischem Strom geheizt oder gekühlt werden können.

"Es ist alles dabei, was zur Errichtung eines Stützpunktes gebraucht wird," sagte Lt. Col. Crowley.

Der größte Teil der für Afghanistan bestimmten Ausrüstung wurde seit 2005 im CRSF-Depot von der WSA, die im Auftrag der luxemburgischen Regierung arbeitet, in "einsatzbereitem Zustand" gehalten, ist also praktisch neu. Die Ausrüstung kann innerhalb von 48 Stunden ausgeliefert werden.

In dem CRSF-Depot sind etwa 95 Prozent der Kriegsreservematerials der US-Air Force in Europa eingelagert: Dazu gehören Fahrzeuge, eine Grundausstattung an Ersatzteilen für Flugzeuge, mobile Betankungseinrichtungen, Zusatztanks für Flug- zeuge, Montagegerüste, Adapter (u. a. zum Anhängen von Raketen an Flugzeuge), (Beleuchtungs- und Funk-)Masten, BEAR-Bausätze und sonstiges Material, das zur Errichtung von Feldflugplätzen gebraucht wird. Die eingelagerte Ausrüstung ist etwa 400 Millionen Dollar wert.

"Zu unseren Hauptaufgaben gehören die Übernahme der Ausrüst-ungsteile, ihre Überprüfung, die Durchführung von Reparaturen, in bestimmten Zyklen durchzuführende Wartungsarbeiten und die Bereitstellung (des angeforderten Materials)," sagte Norbert Giampellegrini, der WSA-Chefmanager. "Wir helfen natürlich auch bei eiligen Anforderungen in Notfall-Situationen. Ich glaube, dass es für die WSA-Leute besonders motivierend ist, an einer derart wichtigen Mission beteiligt zu sein. Wir hatten keine Probleme, die Leute davon zu überzeugen, dass sie Überstunden leisten müssen."

Seit zwei Monaten arbeiten die 86th MMS und das WSA-Personal auch an Wochenenden und Feiertagen Seite an Seite, um den Auslieferungsauftrag zu erfüllen, und sie werden das noch einen weiteren Monat lang tun bis der Auftrag erfüllt ist.

"Alle waren sehr aufgeregt, aber es galt die Regel: Ein Team, ein (gemeinsamer) Kampf!" äußerte Lt. Col. Crowley. "Wir trainieren Tag für Tag, um diese Werte optimal zu lagern und zu erhalten. Wir empfinden aber eine besondere Befriedigung, wenn sie tatsächlich zum Einsatz kommen. Wir können wirklich stolz auf die Einstellung und das Motivationsniveau beider Seiten sein."

Da die meisten der in Europa vorhandenen BEAR-Bausätze ausgeliefert werden, wird es nach Einschätzung des Lt. Col. ein bis zwei Jahre dauern, bis der CRSF-Warenbestand wieder so aufgefüllt ist, dass eine erneute Auslieferung dieses Umfangs stattfinden kann. Weil diese Bausätze zu einem Waffensystem der Air Force gehören, werden sie aus dem Haushalt des Joint Staff for Replenishment (des Gemeinsamen Stabes für Ersatzbeschaffung) finanziert; die 176.000 ausgelieferten Einwegbauteile haben einen Wert von etwa 70 Millionen Dollar.

"Die Air Force hat entschieden, dass alle ihren Beitrag (zu der Truppenverstärkung in Afghanistan) leisten müssen," erklärte der Offizier. "Deshalb stellt die Air Force eins ihrer Systeme den anderen Partnern zur Verfügung."

Die gemeinsam arbeitenden Teams der MMS und der WSA freuen sich darüber, dass sich ihre langjährige bewährte Zusammenarbeit bei diesem Auftrag auszahlt.

"Außer uns kümmert sich niemand um das Kriegsmaterial, bis es gebraucht wird," sagte Sergeant Watson. "Wegen des Großauftrags stehen wir jetzt plötzlich im Rampenlicht. Je – der Beteiligte nimmt seinen Job sehr ernst. Alle freuen sich, dass sich ihre jahrelange har- te Arbeit zur Erhaltung des Kriegsmaterials gelohnt hat, weil es jetzt zum Nutzen der Kämpfer an die Front gebracht wird. Darauf sind sie sehr stolz."

Die WSA wurde aufgrund einer im Jahr 1978 getroffenen Vereinbarung zwischen den USA und Luxemburg geschaffen, um im Auftrag der luxemburgischen Regierung das Lager in Sanem zu betreuen. Die US-Air Force übernahm das CRSF-Depot im Jahr 1994 und beaufsichtigt die Arbeit des WSA-Personals.

"Der Erfolg dieser Operation ist eine Bestätigung für die andauernde strategische Partnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten und unseren NATO-Partnern," sagte Brigadegeneral Mark Dillon, der Kommandeur des 86th Airlift Wing (des 86. Lufttransport-Geschwa- ders, das auf der US-Air Base Ramstein stationiert ist). "Das Team Ramstein ist stolz dar – auf, diese gemeinsame Anstrengung zur Versorgung unserer Truppen zu unterstützen, durch die unsere Kämpfer in Afghanistan mit einem (für ihre Unterbringung) wichtigen System versorgt werden."

Die im Dezember 2009 vom Präsidenten Obama angekündigte Truppenverstärkung (in Afghanistan) wurde vom US-Verteidigungs-ministerium angeregt und wird von der North Atlantic Treaty Organization / NATO unterstützt.

(Wir haben den Artikel komplett übersetzt und mit Anmerkungen und Links in Klammern und Hervorhebungen versehen. Nach unserem Kommentar drucken wir den Originaltext ab.)

Unser Kommentar

Über das zentrale Nachschub-Depot, das die US-Air Force bei Sanem in Luxemburg be – treibt, haben wir bereits in der LUFTPOST 021/09 berichtet (s. http://www.luftpost- kl.de/luftpost-archiv/LP_09/LP02109_230109.pdf ).

Wie aus dem Artikel zu ersehen ist, wird das dort eingelagerte Kriegsmaterial nun auch für den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der USA und der NATO in Afghanistan verwendet. Außerdem lässt Luxemburg auch 9 seiner wenigen Soldaten bei einer belgischen Einheit in Afghanistan mitkämpfen (s. http://www.state.gov/r/pa/ei/bgn/3182.htm ).

Die für den Lufttransport vorgesehenen Ausrüstungsteile werden natürlich zum US-Luftdrehkreuz Ramstein gebracht und dort in die erwähnten C-17 Globemaster der US-Air Force oder in zivile Transportflugzeuge verladen. Für die Verschiffung bieten sich die Seehäfen Antwerpen, Rotterdam und das deutschen Nordenham an.

Die sechs neuen Stützpunkte in Afghanistan, die auch als Feldflugplätze zu nutzen sind, wären natürlich bei einem Luftüberfall auf den Iran ebenfalls von Nutzen. Die Luxemburger Friedensfreunde sollten sich einmal darum kümmern, was in dem US-Depot in Sanem sonst noch geschieht.

Wir haben den Artikel komplett übersetzt und mit Anmerkungen und Links in Klammern und Hervorhebungen versehen.

Ramsteiner Appell: Angriffskriege sind verfassungswidrig

taube_65x631– von  deutschem Boden darf kein Krieg ausgehen! Unterschreiben Sie jetzt!

Quelle:Luftpost LP 071/10 vom 13.03.10 – übersetzt von Wolfgang Jung – VISDP: Wolfgang Jung, Assenmacherstr. 28, 67659 Kaiserslautern www.luftpost-kl.de.

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