“Bio­sprit”: Unter­stützen Sie den Aufruf der Wissenschaftler

Sonntag, 09. Oktober 2011 | Hintergrundberichte u. Analyse |

Von Rettet den Regen­wald e.V. |

168 Wis­sen­schaftler aus Wis­sen­schaft und Wirt­schaft haben am 7.10.2011 in einem gemein­samen Schreiben an die EU vor soge­nanntem „Bio­sprit“ gewarnt: Pflan­ze­n­en­ergie vom Acker ist kei­nes­falls kli­ma­freund­lich, wie von der EU behauptet. „Bio­sprit als kli­ma­neu­tral zu behan­deln wird ganz klar nicht von der Wis­sen­schaft unter­stützt“, so die Forscher.

Für Agra­r­en­ergie werden die Regen­wälder gerodet und durch stei­gende Lebens­mit­tel­preise der Hunger auf der Welt ver­schärft. Bitte nehmen Sie an unserer Aktion an die EU teil.

„Wenn für die Nah­rungs­mit­tel­pro­duk­tion genutzte Land­flä­chen umge­wan­delt werden, um darauf Agrosprit-​Pflanzen anzu­bauen, dehnt sich die Land­wirt­schaft an anderen Orten weiter aus.

Dies führt häufig zu neuer Ent­wal­dung und Zer­stö­rung natür­li­cher Ökosys­teme, beson­ders in den tro­pi­schen Gebieten der Ent­wick­lungs­länder“, begründen die Wis­sen­schaftler auf ihrer Web­seite.

„Es han­delt sich dabei nicht um eine zukünf­tige Ent­wick­lung, son­dern dies findet bereits jetzt statt.“ Weiter erklären die Wis­sen­schaftler in ihrem Schreiben: „Wenn die Ände­rung der Land­nut­zung von der EU nicht berück­sich­tigt wird, kann das Ziel für erneu­er­bare Energie im Ver­kehrs­sektor nicht zu echten CO2-​Einsparungen in der Praxis führen. Es wäre am Ende bloß eine Übung auf dem Papier, die weit ver­brei­tete Abhol­zung und höhere Nah­rungs­mit­tel­preise fördert.“

Hintergrund des Auf­rufes sind die Ver­suche der EU-​Kommission, ihre geschei­terte Politik mit dem schäd­li­chen Agrar­sprit um jeden Preis weiterzuführen.

Die Kom­mis­sion hat dazu eigens in Auf­trag gege­bene Stu­dien zurück­ge­halten oder umschreiben lassen, weil diese nicht die gewünschten Ergeb­nisse – sprich CO2-​Einsparungen durch Agrosprit – lieferten.

Haupt­pro­blem ist der enorme Land­ver­brauch der Pflan­ze­n­en­er­gien. Um den von der EU vor­ge­geben Anteil von 10 Pro­zent erneu­er­bare Ener­gien im Ver­kehrs­be­reich zu erfüllen, müssen Mil­lionen Hektar Acker­land mit Ener­gie­pflanzen belegt werden. Da land­wirt­schaft­liche Flä­chen welt­weit knapp sind, wird der benö­tigte Platz viel­fach auf Kosten der Nah­rungs­mit­tel­pro­duk­tion und in Tro­pen­wald­ge­bieten geschaffen. Denn Europa ist mit seinen Plänen auf wei­ter­stei­gende Importe von Bio­diesel aus Ölpalmen und Soja sowie Ethanol aus Mais und Zucker­rohr angewiesen.

Die Unter­zeichner des Doku­ments berufen sich auf wis­sen­schaft­liche Fakten und sind über jeden Ver­dacht erhaben, von Inter­essen beein­flusst zu sein. Sie stammen aus allen Berei­chen von Wis­sen­schaft und Wirt­schaft sowie vielen Län­dern wie den USA, Deutsch­land, den Nie­der­landen, Kenia, Indien, Aus­tra­lien, usw. Dazu gehören u.a. der Nobel­preis­träger Ken­neth Arrow, Pro­fessor Eme­ritus an der Stan­ford Uni­ver­sität und Daniel Kammen, der für erneu­er­bare Ener­gien zustän­dige Chef­tech­niker der Weltbank.

Die EU und die Bun­des­re­gie­rung müssen nun end­lich han­deln. Anstatt unseren exzes­siven Ener­gie­ver­brauch von fos­silen Quellen auf Agra­r­en­er­gien umzu­stellen, muss dieser dras­tisch gedros­selt werden. Die rol­lenden Sprit­fresser müssen end­lich von den Straßen ver­bannt und die öffent­li­chen Trans­port­sys­teme aus­ge­baut werden.

Bitte unter­schreiben Sie den Brief an die Euro­päi­sche Kommission:

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