Boli­vien: Welt-​Première: Kom­pletter McDonald´s Rückzug

Dienstag, 03. Januar 2012 | Bolivien |

McDonald´s-Cerró-todos-sus-Restaurantes-en-BoliviaMcDonald´s hat sich zum Jah­res­ende nun auch offi­ziell aus Boli­vien zurück­ge­zogen. In La Paz, Cochabamba und Santa Cruz de la Sierra hatte der Fastfood-​Konzern bis 2002 ins­ge­samt acht Schnell­re­stau­rants betrieben. McDonald´s war es nie gelungen, auf dem boli­via­ni­schen Markt Fuß zu fassen. Hieran konnten alle Wer­be­kam­pa­gnen nichts ändern — sym­bo­lisch für das Schei­tern stand das Angebot der lan­des­ty­pi­schen scharfen Sauce Llajwa.

Auch die Spe­zia­lität aus dem Alti­plano sorgte für keine schwarzen Zahlen: Über ein Jahr­zehnt lang schrieb McDonald´s Ver­luste in Boli­vien, ehe die Not­bremse gezogen wurde. Erst­mals ver­lässt das US-​Unternehmen — jetzt amt­lich — ein Land kom­plett. Boli­vien ist damit — Kuba einmal aus­ge­klam­mert — das ein­zige latein­ame­ri­ka­ni­sche Land ohne ein McDonald´s-Lokal.

Kul­tu­relle Ableh­nung der Bolivianer

Dem Phä­nomen widmet sich der Doku­men­tar­film »Por qué quebró McDonald´s en Bolivia” („Warum McDonald´s in Boli­vien pleite ging“). Dieser ver­sucht zu erklären, warum alle Mar­ke­ting­stra­tegen die harte Nuss nicht kna­cken konnten, und die Boli­vianer ihren Empa­nadas den Vorzug vor Ham­bur­gern gaben. Zusam­men­fassen lässt sich das Ganze mit dem Begriff „kul­tu­relle Ableh­nung“. In dem Film äußern sich Köche, Sozio­logen, Ernäh­rungs­wis­sen­schaftler und His­to­riker. Dabei wird klar, dass die Boli­vianer weder das Pro­dukt Ham­burger an sich, noch dessen Geschmack ablehnen, son­dern sich am Fast­food all­ge­mein stoßen. Dieses läuft ihrer Auf­fas­sung dar­über zuwider, wie eine Speise zube­reitet werden sollte. In der boli­via­ni­schen Kultur ist es üblich, das Essen sorg­fältig, unter Beach­tung der Hygiene, zu kochen. Um den rich­tigen Geschmack zu erzeugen, spielt Zeit keine Rolle. Ent­spre­chend groß ist die Wert­schät­zung für eine Speise.

Quelle: — (bs) – Blickpunkt Lateinamerika. Mit freund­li­cher Erlaubnis. Danke dafür!

Orgi­nal­quelle: Adital

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