Chile: Regio­naler Ansatz im Umwelt­schutz notwendig

Dienstag, 28. Februar 2012 | Chile |

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San­tiago de Chile

Gon­zalo Pineda, Direktor eines chi­le­ni­schen Pro­jekts zur Bio­di­ver­sität, das vom Umwelt­mi­nis­te­rium in San­tiago mit­ge­tragen wird, beklagt, dass der Umwelt­schutz in seinem Land im Grunde auf dem Stand der Washington-​Konvention aus dem Jahr 1940 ver­harrt. Diese hatte Chile erst 1967 rati­fi­ziert, das Abkommen beein­flusste in der Folge die Vor­stel­lungen über Natur­schutz. Heute sei ein anderer Ansatz erfor­der­lich, so Umwelt­ex­perte Pineda.

Die Frage der Nach­hal­tig­keit spiele eine wich­tige Rolle, und man müsse die regio­nalen Gege­ben­heiten her­aus­ar­beiten. Am stärksten sei die Bio­di­ver­sität dort bedroht, wo wirt­schaft­liche Akti­vi­täten ent­faltet würden.

Gesetz­ge­bung für das 21. Jahrhundert

Der­zeit beschäf­tigt sich Chiles Kon­gress mit einer Geset­zes­vor­lage, die, so Pinedas Hoff­nung, zu einem regio­nalen System von Schutz­ge­bieten führt. Staat und Pri­vat­wirt­schaft müssten vor Ort zusam­men­ar­beiten. Nach Ansicht von Flavio Libe­rona, Direk­torin der Umwelt­or­ga­ni­sa­tion Terram, erlaubt das Geset­zes­pro­jekt es, erst­mals in Chile über­haupt von Bio­di­ver­sität spre­chen zu können. Die Gesetz­ge­bung müsse auf den Stand des 21. Jahr­hun­derts gebracht werden, for­dert Terram.

Die Umwelt­ex­perten weisen darauf hin, dass Chile auf­grund seiner unge­wöhn­li­chen Geo­gra­phie – das Land ist fast 4.300 km lang, die durch­schnitt­liche Breite beträgt aber nur knapp 200 km – eine beson­ders hete­ro­gene ökolo­gi­sche Struktur auf­weise. Diese bedürfe ent­spre­chender Regu­lie­rungen. Das chi­le­ni­sche Hoheits­ge­biet umfasst 8.000 Meter tiefe Mee­res­gräben, die Anden­gipfel errei­chen eine Höhe von fast 7.000 Metern. Chile – das sind Regionen, in denen so wenig Nie­der­schlag fällt wie an wenigen anderen Orten der Erde, aber auch solche, die bei den jähr­li­chen Regen­tagen welt­weit zur Spit­zen­gruppe zählen. Anders als viel­leicht zu erwarten wäre, folgt hieraus aber keine aus­ge­prägte Biodiversität.

Arten­viel­falt im süd­ame­ri­ka­ni­schen Ver­gleich gering

Einer Studie zufolge erreicht die Viel­falt von Fauna und Flora nicht jene vieler anderer süd­ame­ri­ka­ni­scher Länder. Wäh­rend zum Bei­spiel in Chile rund 450 Vogel­arten behei­matet sind, werden in Kolum­bien 1.700 gezählt. Auf der anderen Seite hat die iso­lierte Lage – nicht unähn­lich der einer Insel – dazu geführt, dass sehr viele Arten aus­schließ­lich in Chile vorkommen.

Letzt­lich geht es um den Schutz von Natur­schätzen, die zum aller­größten Teil noch über­haupt nicht bekannt sind. Experten gehen davon aus, dass 98 Pro­zent der in Chile vor­kom­menden Arten erst noch ent­deckt und beschrieben werden müssen.

Ori­gi­nal­quelle: http://​www​.elmostrador​.cl/​n​o​t​i​c​i​a​s​/​p​a​i​s​/​2​0​1​2​/​0​2​/​2​1​/​l​a​-​p​r​o​t​e​c​c​i​o​n​-​d​e​-​l​a​-​b​i​o​d​i​v​e​r​s​i​d​a​d​-​e​n​-​c​h​i​le/, deut­sche Bear­bei­tung: Bernd Stößel – Blick­punkt Lateinamerika. Mit freund­li­cher Erlaubnis. Danke dafür!

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