Kolum­bien: Para­mi­li­tärs wegen Mas­saker in San José de Apartadó verurteilt

Donnerstag, 02. Februar 2012 | Kolumbien |

San Jose de ApartadoBuenos Aires - púlsar/​poonal

Ende Januar hat ein Gericht im Depart­ment Anti­o­quia sechs ehe­ma­lige Para­mi­li­tärs der ultra­rechten Ver­ei­nigten Bür­ger­wehren Kolum­biens AUC (Auto­defensas Unidas de Colombia) wegen ihrer Betei­li­gung am Mas­saker in San José de Apartadó zu Haft­strafen von je 20 Jahren verurteilt.


210 Mord­opfer im Frie­dens­dorf seit 1997

Aldo Antonio Agamez Cruz, Javier Enrique Sal­gado Mar­tínez, Jorge Luis Gut­iérrez, Juan Alberto Ruiz Yañez, Manuel Antonio Urango Mejía und Yamid de Jesús Gon­zález Gala­raga hatten zuvor gestanden, im Jahr 2005 an der Ermor­dung von acht Men­schen betei­ligt gewesen zu sein. Unter den Opfern waren drei auch Kinder von denen das jüngste zwei Jahre alt war. Wegen des­selben Mas­sa­kers waren Ende des Jahres 2010 bereits zehn Armee­an­ge­hö­rige ver­ur­teilt worden, dar­unter auch der Armee­haupt­mann Guil­lermo Gordillo.

Das im nord­west­li­chen Depart­ment Anti­o­quia gele­gene Dorf San Jose de Apartado hatte sich im Jahr 1997 zum Frie­dens­dorf erklärt und zum Ver­zicht auf Gewalt und jeg­liche Koope­ra­tion mit bewaff­neten Kon­flikt­par­teien ver­pflichtet. Den­noch sind seitdem min­des­tens 210 Dorf­be­woh­ne­rInnen von Rebellen, Para­mi­li­tärs oder Sol­daten ermordet worden. Erst im November des ver­gan­genen Jahres hatte die Gemeinde gegen­über den kolum­bia­ni­schen Behörden ange­zeigt, dass 200 Para­mi­li­tärs in ihr Gebiet ein­ge­drungen seien und dort vier Stütz­punkte ein­ge­richtet hätten.

Töten im Auf­trag von GrundbesitzerInnen

Die AUC agierte häufig gemeinsam mit der Armee und mit Unter­stüt­zung von Groß­grund­be­sit­ze­rInnen gegen die links­ge­rich­tete FARC-​Guerilla oder deren vor­geb­liche Anhän­ge­rInnen. Nach Zusi­che­rung von teil­weiser Straf­frei­heit beschloss die AUC im Jahr 2003 ihre Auf­lö­sung, die offi­ziell im Jahr 2006 als abge­schlossen galt. Den rund 30.000 Mit­glie­dern der AUC werden zahl­reiche Mas­saker zur Last gelegt.

Die Frie­dens­ge­meinde San José de Apartadó kri­ti­sierte erst jüngst auf ihrer Inter­net­seite erneut die Ver­suche sei­tens der Regie­rung, die Gewalt gegen das Dorf als Aggres­sionen von Guerilla-​Gruppen dar­zu­stellen und die Rolle der kolum­bia­ni­schen Armee her­un­ter­zu­spielen. Im Jahr 2007 wurde dem Dorf der Aachener Frie­dens­preis verliehen.

Quelle:- NPLA– poonal – Mit freund­li­cher Geneh­mi­gung zur Wie­der­gabe hier auf dem womblog​.de. Besten Dank!

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